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Musik, „die ordentlich ballert“

Schülerbandfestival Musik, „die ordentlich ballert“

Elf Rockbands und acht Hip-Hop-Formationen, vorwiegend aus dem ­Marburger Raum, präsentierten sich am Freitag und Samstag beim Schülerband-Open-Air einem begeisterten Publikum.

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Beim Schülerbandfestival heizten „Bazouka Groove Club“ dem Publikum mit Alternative Indie Rap ein.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Während der erste Tag im Zeichen von Rock und Metal stand, war an Tag zwei vorwiegend Rapmusik zu hören. Das Konzert fand seinen krönenden Abschluss mit dem New Yorker Rapper „Spirit Child“.

Über beide Konzerttage verteilt sahen rund 2000 Besucher die Bands, die mindestens zur Hälfte aus Schülern, Berufsschülern oder Freiwilligendienstlern bestehen. „Ich freue mich natürlich über die tolle Resonanz. Das Publikum ist total gemischt und super drauf. Ich denke, dass das bei einigen Jugendlichen dazu führt, weiter Musik zu machen und sich noch mehr anzustrengen“, erklärte Markus Klonk, Jugendarbeiter im Jugendhaus Compass, der das Konzert mitorganisierte.

Schülerbandfestival - Marburg 15.Mai 2015 - Kaltstart / Punkrock / aus Bad Wildungen : Foto / Michael Hoffsteter

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Rapper Spirit Child, der im New Yorker Stadtteil Brooklyn lebt, vermittelte den Zuschauern, dass Hip-Hop mehr als Musik ist: „Es geht um sozialen Fortschritt, um Gleichwertigkeit aller Menschen, um Frieden und Respekt!“ Ein Bild, das vom „Gangster Rap“ abweicht. Während der 36-Jährige mit einer musikalischen Mixtur aus Rap und Reggae für Stimmung sorgte, legte ein jugendlicher Zuschauer kurzerhand einen Breakdance auf hin. Eine Einlage, die zur spontanen Atmosphäre des Konzerts passte, denn auch Freestyle-Rap gab es zu hören. Woher Spirit Childs Verbindung zu Marburg kommt? Der US-Amerikaner steht im Kontakt mit der Waldtaler Hip-Hop Formation „Woodvalley Movement“. Einige Waldtaler Jugendliche haben den Mann mit den Dreadlocks bereits in den USA besucht. „Mir geht das Herz auf, wenn ich sehe, wie toll sich die Jungs und Mädels musikalisch entwickelt haben“, sagte Spirit Child.

In der Person dreier junger Frauen - Chantal Yancey, Tani­sha und Whitney Michel - sorgte „Woodvalley Movement“ am Samstag für die Pop- und R&B-Note des Konzerts. Egal ob Spice Girls oder Destiny‘s Child, alle Songs animierten das Publikum zum Klatschen oder Schnippsen. Auch beim Sprechgesang machte das Trio eine gute Figur. „Wir mussten uns mal gegen die ganzen Rapper aus dem Waldtal beweisen“, sagte Chantal lachend.

Kooperation zwischen Rap und Pop

Die 21-jährige Sängerin stand jedoch nicht nur mit Tani­sha und Whitney auf der Bühne, sondern auch mit dem Rapper Narek Hovhannisyan. Wie das zusammenpasst? Insbesondere in der amerikanischen Rap-Szene ist es zur Zeit sehr in Mode, Pop-Sänger für den Refrain einzusetzen und somit die Zielgruppe der Musik zu erweitern. So auch auch bei der Kooperation der beiden Marburger. „Chantel wollte unbedingt mit mir einen Song machen“, zwinkerte Narek, während Chantel schallend lachte und nach Luft schnappte. „Spaß!“, korrigierte Narek, „ich habe sie gebeten, mit mir zusammenzuarbeiten und den Refrain zu machen.“ Der armenischstämmige Rapper vom Richtsberg legte einige Songs nach, die sich durch harte Sprache und Kritik an Drogen auszeichneten.

Die Rapper Fzibit, MrKay und Ced, eigentlich Solokünstler, traten als Trio auf und boten zehn Lieder. Ced stellte dabei unter Beweis, dass er nicht nur rappen, sondern auch singen kann. So beispielsweise bei dem Song „Freundschaft plus“. Das Lied „für alle, die keinen Bock auf Beziehung haben“, so Ced grinsend. Auch weniger jugendfreie Texte waren zu hören. Insbesondere Fzibits Track „16 Bars“ wies einige härtere Passagen auf, bei denen so mancher älterer Zuhörer befremdet dreinblickte. Für Fzibit kommen die Texte jedenfalls „locker aus der Hüfte“, wie er selber rappt. Das Highlight am Freitag war die Band „Bazouka Groove Club“, die einen Mix aus Rap, Rock und Funk darbot. Woher der ­ungewöhnliche Name der fünfköpfigen Band? Bandmitglied Markus Müller stand Rede und Antwort: „Club, weil wir eine Band sind. Groove, weil unsere Musik tanzbar ist. Bazouka, weil unsere Musik ordentlich ballert!“

von Benjamin Kaiser

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