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Musik auf Humboldts Spuren

Konzert Musik auf Humboldts Spuren

Mit schrägen Harmonien und eingängigen Melodien enterten Mardi Gras.bb am Samstag das ausverkaufte KFZ in Marburg und entführten ihr Publikum auf eine musikalische Weltreise.

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Kapitän „Doc“ Wenz führt seine Truppe im Marburger KFZ sicher auf einer stilistisch vielseitigen Reise über die Ozeane.

Quelle: Jan Bosch

Marburg. „Von Humboldt Picnic – A Journey with Mardi Gras.bb“ lautet der Titel des aktuellen Albums des Mannheimer Klangkollektivs um Kapitän, Sänger und Gitarrist Jochen „Doc“ Wenz.

Die ursprünglich vom New-Orleans-Sound geprägte Brass Band macht sich mit diesem neuen Album auf den Weg zu neuen musikalischen Ufern. In Anlehnung an die Forschungsreisen von Alexander von Humboldt bricht die bunte Crew am Rio de la Plata auf zur musikalischen Terra Incognita, den Schiffsrumpf gefüllt mit Fässern schweren Portweins, indischen Elefanten und extremer kreativer Neugier.

Kapitän „Doc“ Wenz führt seine Truppe, die sich aus Bademeister und Offizier Uli Röser (Posaune), Ölringer, Schiffskoch und Bordmasseur Mr. Bishop (Trompete), Ex-US-Marine Colonel Eberhard (Baritonsaxofon), Expeditionssekretär und Maschinenmaat Andy Pompins­ki (Tenorsaxofon, Klarinette, Flöte), dem Istanbuler Musikethnologen und Islamforscher DJ Mahmut (Turntables, Samples), Leichtmatrose Florian von Schlechtriemen (­Snare Drum), Bordschreiber Javier de la Poza (Bass Drum), Steuermann, Zahlmeister und Expeditionsgeistlicher Reverend Ulli Krug (Sousafon) zusammensetzt, sicher auf einer stilistisch vielseitigen Reise über die Ozeane.

Karibische Rhythmen, französischer Charleston-Jazz und hypnotisierende indische ­Ragas lassen das Publikum nicht zur Ruhe kommen. Zeit zum Verschnaufen gibt es nur, wenn „Doc“ Wenz einen der wenigen Häfen ansteuert und aus den Einträgen des Bordbuches vorträgt. Dort werden Punkrock-begeisterte Novizen in tibetischen Klöstern vor dem Zugriff chinesischer Häscher bewahrt, die Crew in kanadische Swingclubs entführt oder eine Delegation texanischer Viehzüchter versucht vergebens, die Matrosen von den Vorzügen heimi­scher Folklore zu überzeugen.

Nur kurz sind die Pausen, bis das Sousafon von Reverend Krug zum Aufbruch bläst und die rauchige Stimme des Kapitäns einen neuen Blues anstimmt. Weiter geht es zu den Küsten Afrikas und nach Istanbul, die Trommeln des Leichtmatrosen Schlechtriemen feuern fetzige Balkanbeats und DJ Mahmut entlockt seinen Plattentellern melodische arabische Samples. Je näher die Heimat kommt, desto mehr laufen Colonel Eberhard und Maschinenmaat Andy Pompinski zur Höchstform auf und winden sich ekstatisch zu den Klängen ihrer Instrumente.

In heimatlichen Gefilden eingetroffen, steigt die Mannschaft sichtlich erschöpft vom Bühnenschiff, um sich mit einer zünftigen Parade einen Weg durch das Publikum zu bahnen und ausgelassen die erfolgreiche Expedition zu beenden.

von Jan Bosch

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