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Musik als "Futter" für die Seele

Semana Latina eröffnet Musik als "Futter" für die Seele

Seinen zehnten Geburtstag feiert das Marburger Festival Semana Latina. Am Samstag startete es in der Waggonhalle mit „Bäng Bäng“. Es spielte ein Steeldrum-Orchester aus Dortmund.

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Konzentriert und gut gelaunt präsentierte sich das Steeldrum-Orchester „Bäng Bäng“ am Samstag in der Waggonhalle. Foto: Michael Hoffsteter

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Das Semana Latina-Festival legt den Fokus auf die lateinamerikanische Kultur und will den Austausch der Kulturen intensivieren. Bewegend geht es schon am ersten Abend zu. Voller Esprit und Elan startet das Eröffnungskonzert, bei dem die 15-köpfige Steeldrumband „Bäng Bäng“ die Waggonhalle mit karibischen Klängen erfüllt.

Schwungvoll bewegen sich die Musiker zum Rhythmus ihrer Musik, lächeln einander mit glänzenden Augen zu. Das erste Stück, „Lambada“, ist noch nicht zu Ende gespielt, da hat es die Gruppe schon geschafft, das Publikum zu begeistern. Das Repertoire der Dortmunder Band reicht von karibischen Klängen und brasilianischen feurigen Rhythmen bis hin zum groovigen Blues. Viele bekannte Songs sind dabei und alle unterliegen einer frischen, originellen Interpretation der Band.

Spielerisch kommuniziert Dirigent Jürgen Lesker durch seine Steeldrum mit den Musikern, indem er ihnen rhythmische Signale gibt. Leise und laute Klänge, Rhythmen, die aufeinander aufbauen, ein kurzes und knackiges Gewitter andeuten, wechseln sich ab mit warmen karibischen Tönen. Geschickt fügen sich die Arrange­ments ineinander und auch Soloparts sind vertreten.

Außer dem Profimusiker Jürgen Lesker, einem von drei Leitern der Gruppe, besteht die Band aus Laien - und aus glücklichen noch dazu: „Ich habe einen Fulltime-Job. Hier mitzuspielen, bedeutet für mich aktive Entspannung“, sagt Ines Mogge, „Die Musik trägt einen ganz woanders hin“, fügt sie noch hinzu. Die 48-Jährige verrät, dass sowohl ihre Tochter wie auch ihre Mutter in den verschiedenen Formationen der Band mitspielen.

Der Musiker Bruce van Mulier aus Eindhoven bereichert die Band als Gast mit Congo, Bass und Gesang. Ehe er noch die erste Zeile des Klassikers „My Girl“ gesungen hat, wird ihm wild zugeklatscht und zugerufen. Spätestens jetzt kommen die ersten Smartphones aus den Hosentaschen, die das Geschehen festhalten sollen. Bass und Gesang scheinen das Publikum in eine bluesige Blase zu hüllen, in der es sich immer wohler fühlt. Bruce van Mulier besingt das Publikum nicht, er erzählt ihm Geschichten und nimmt es mit auf die Reise, die umso dynamischer wird, je länger der Abend dauert. Ohne viel Mühe wird das Publikum zum Klatschen und Mitsingen animiert.

Auch die spontan eröffnete Tanzfläche wird nun immer voller. Jean Kleeb, Mitorganisator der Semana Latina, beweist bei den schnellen Rhythmen eindeutig, das er nicht nur Musiker, sondern auch Brasilianer ist, dem der Rhythmus durchs Blut fließt.

Es ist, als habe die lateinamerikanische Sonne an diesem Abend Einzug in die Waggonhalle gehalten. Drei Mal soll es die letzte Zugabe sein, doch das will das gutgelaunte Publikum nicht akzeptieren. Mit dem Song „Soulfood“ ist dann jedoch tatsächlich Schluss. Und das war wohl auch dieser Abend für die Besucher: Soulfood.

Diesem gelungenen Auftakt folgen weitere Veranstaltungen. Das Spektrum reicht von Diskussionen und Reflexionen zu bildungspolitischen Themen über die sozial-ökologische Thematik bis hin zu fairem Handel und Schamanismus. Den Abschluss bildet am Samstag ein Konzert des bolivianischen Stargitarristen Pirai Vaca.

von Nigar Ghasimi

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