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Musical über einen Serienmörder

Waggonhalle präsentiert „Sweeney Todd“ Musical über einen Serienmörder

Die Waggonhalle trotzt seit Jahren mit viel Geschick dem Marburger kulturellen Sommerloch. In diesem Jahr schickt sie das rabenschwarze Musical „Sweeney Todd“ ins Rennen um die Gunst der Zuschauer.

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Johanna Krüger (von links) spielt in der Inszenierung von Regisseur Nick Westbrock Lucy. Amira Bakhit ist als Mrs. Lovett zu sehen, Jochen Schröder als mörderischer Barbier und Benjamin Can als Anthony Hope.

Quelle: Uwe Badouin

Marburg. Im August verwandelt sich die Waggonhalle in einen Barbier-Laden des viktorianischen London. Es ist die Heimat von Sweeney Todd, einem mörderischen Barbier. Stücke wie „Sweeney Todd“ sind eher selten in der meist hellen Welt der Musicals. Rabenschwarz ist das Stück von Hugh Wheeler (Text) und Stephen Sondheim (Musik) über einen Serienmörder im viktorianischen England.

Das Musical erzählt die Geschichte des Barbiers Benjamin Barker. Der ist glücklich verheiratet mit Lucy, hat eine Tochter namens Johanna. Ein Richter hat ein Auge auf seine hübsche Frau geworfen und spinnt eine grausame Intrige:

Barker wird nach Australien verbannt, damals eine Sträflingskolonie am Ende der Welt. 15 Jahre später kehrt er als Sweeney Todd zurück und schwört Rache. Und sein Rachefeldzug hat es in sich: Unterstützt von der Pastetenbäckerin Mrs. Lovett wird er zum Serienmörder. Als Nebeneffekt nimmt die Pastetenbäckerei von Mrs. Lovett einen ungeheuren Aufschwung.

Starker Tobak also, dennoch ungemein erfolgreich. Am Broadway war Stephen Sondheims „Sweeney Todd“ ein rauschender Erfolg: Nach der Uraufführung am 1. März 1979 wurde das Musical 557 Mal gespielt – Ende Juni 1980 fiel in New York der letzte Vorhang.

Premiere am 1. August

Damit war der Weg frei für die Stadt, in der „Sweeney Todd“ spielt: In London hatte der „Musical-Thriller“ am 2. Juli 1980 Premiere. Weltweit bekannt wurde das Musical nicht zuletzt durch die gleichnamige Hollywood-Verfilmung von Tim Burton aus dem Jahr 2007, großartig besetzt mit Johnny Depp, Helena Bonham Carter, der fiesen Hexe aus Harry Potter, und Alan Rickman in den Hauptrollen.

An dieses Stück also, das in einem dreckigen, elenden Teil Londons im 19. Jahrhundert spielt, wagt sich der junge Gießener Regisseur Nick Westbrock, der Regieerfahrungen am Gießener Stadttheater gesammelt hat. Premiere ist am Samstag, 1. August, in der Waggonhalle.

Seit April probt Westbrock mit seinem Ensemble. Elf Darsteller setzen das fast komplett durchkomponierte Musical in Szene. Die musikalische Leitung hat Tom Feldrappe, ein Musiker aus Gießen, der die Darsteller am Flügel begleiten wird. Hinzu kommt ein Stage Piano, das zahlreiche Effekte ermöglicht. Für das Bühnenbild und die Ausstattung zeichnet Ann-Sophie Paar verantwortlich – sie ist Ausstattungsassistentin am Stadttheater Gießen.

Proben laufen fast rund um die Uhr

Auf der Bühne stehen Marburger und Gießener Darsteller: Jochen Schröder aus Großseelheim etwa hat in allen drei „Wirtshaus“-Produktionen der Waggonhalle mitgewirkt. Sein wichtigstes Requisit ist ein „stumpfes Rasiermesser“, wie er betont. Denn Schröder spielt den mörderischen Barbier. Nach gut zwei Stunden Spielzeit wird er neun Menschen „ermordet“ haben.

Er weiß, was auf ihn zukommt: „Ich habe natürlich schon Theater gespielt, habe schon gesungen, so aber noch nicht.“ Auch Amira Bakhit, die zweite Hauptdarstellerin, hat viel Theatererfahrung gesammelt, etwa beim Marburger Fast Forward Theatre. Aber so aufwendig war auch für sie bislang keine Produktion.

„Wir proben jetzt eigentlich rund um die Uhr“, meint Lucy alias Johanna Krämer. Sie ist vom Waggonhallenteam, macht in dem Kulturzentrum eine Ausbildung als Veranstaltungskauffrau und ist bei „Sweeney Todd“ richtig eingespannt: Als Darstellerin ebenso wie als Regieassistentin. In weiteren Rollen sind Cara Eckerl, Robert Schmidt, Uwe Lange, Nisse Kreysing, Matt Dressler, Kilian Jaeckel und Florian Dille zu sehen.

Insgesamt sind vom 1. bis 29. August 18 Vorstellungen geplant. Für die Waggonhalle ist es die mittlerweile 25. eigene Bühnenproduktion – und das erste klassische Musical. Gespielt wird die deutsche Fassung des Stücks. Auch die vielen Songs werden in deutsch gesunden.

von Uwe Badouin

 
Termine und Tickets

„Sweeney Todd“ hat am Samstag, 1. August, um 20 Uhr in der Waggonhalle Premiere.

Weitere Aufführungen sind am 2., 4., 7., 9., 11., 13., 14., 16., 18., 19., 21., 22., 23., 25., 26., 27. und 29. August, jeweils um 20 Uhr.

Karten gibt es im Vorverkauf in allen bekannten Vorverkaufsstellen, unter anderem in den Geschäftsstellen der Oberhessischen Presse im Schlossbergcenter und im Franz-Tuczek-Weg sowie online unter www.waggonhalle.de .

 
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