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Museale Hoffnungsträger

Museen im Aufbruch Museale Hoffnungsträger

Die Stadt Marburg, die Philipps-Universität und das geplante Freilichtmuseum „Zeiteninsel“ arbeiten immer enger zusammen. Das wurde am Dienstag bei der Pressekonferenz „Museen im Aufbruch“ deutlich.

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Claus Meiritz von der „Zeiteninsel“, Museumsdirektor Dr. Christoph Otterbeck, Dr. Richard Laufner, Fachdienstleiter Kultur der Stadt Marburg, Marburgs Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach und Uni-
Vizepräsident Professor Joachim Schachtner stellten das Themenjahr „Museen im Aufbruch“ vor. Im Fokus: das Landgrafenschloss. Fotos: Badouin / Hirsch

Marburg. Es gibt derzeit viele Baustellen in der Marburger Museumslandschaft: Die auffälligste ist sicher das Kunstmuseum in der Biegenstraße, das gerade saniert wird und, wie Museumsdirektor Dr. Christoph Otterbeck hofft, Ende 2015 wieder eröffnet werden kann. In den leeren Ausstellungsräumen informierten gestern Professor Dr. Joachim Schachtner, Vizepräsident der Philipps-Universität, Marburgs Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach, Museumsdirektor Otterbeck, Claus Meiritz, Geschäftsführer der Kulturgenossenschaft Zeiteninsel, und Dr. Richard Laufner, Leiter des Fachdiensts Kultur der Stadt Marburg, über Projekte des Themenjahrs „Museen im Aufbruch“.

Die Veranstalter haben sich auf einen gemeinsamen Starttermin geeinigt - den 18. Mai, den internationalen Museums­tag -, um für die heimische Museumslandschaft zu werben. Zentraler Anlaufpunkt in Marburg ist das Landgrafenschloss hoch über der Stadt. Geboten werden Musik, Tanz und Kulinarisches aus aller Welt. Es ist auch ein Versuch, die gewohnten Museumsstrukturen aufzubrechen.

Dies ist letztlich auch das Ziel von Museumsdirektor Otterbeck: Die Museen sollen eine „neue Erlebnisqualität“ bekommen. Doch er weiß auch: „Es wird ein langer Weg sein, der viele Jahre dauert.“ Zumal diese Erlebnisqualität nicht zum Nulltarif zu bekommen ist.

Ebenfalls an diesem Wochen­ende, am 17. und 18. Mai, wird sich das in Argenstein im Aufbau befindliche Freilichtmuseum „Zeiteninsel“ mit einer großen Aktion vorstellen, sagte Claus Meiritz: Er erwartet rund 200 Akteure, die dort nach skandinavischen und englischen Vorbildern elftausend Jahre Geschichte sinnlich begreifbar machen wollen. Darunter sei etwa das „Ötzi“-Team, das für ein Südwestfunk-Projekt die Steinzeit „nacherlebte“. Römer, Germanen und Kelten sollen das 3,5 Hektar große Gelände beleben und schon einmal einen Vorgeschmack darauf geben, wie das lebendige Freilichtmuseum später einmal bespielt werden könnte. Claus Meiritz ist optimistisch: Er geht davon aus, dass die „Zeiteninsel“ 2017 fertiggestellt werden könnte. Wenn die Gelder rechtzeitig kommen: Rund 5 Millionen Euro habe das Land zugesagt, weitere rund 500000 Euro müssen die Gemeinde Weimar, der Landkreis Marburg-Biedenkopf und die Stadt Marburg aufbringen.

Für Laufner ist die „Zeiteninsel“ ein „neuer Hoffnungsträger“ der heimischen Museumslandschaft. Die Stadt habe die „klare Bereitschaft“ signa­lisiert, sich an den Kosten zu beteiligen.

Die Zukunft des Museums im Landgrafenschloss hängt stark ab von der Haltung des Landes Hessen. Die Stadt Marburg will auch in Sachen Stadtmuseum „tendenziell mit der Universität“ zusammenarbeiten, aber auch das Land mit ins Boot holen, erklärte Stadträtin Weinbach, die wie Uni-Vizepräsident Schachtner einmal mehr die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Universität betonte. Besonderer Ausdruck sei die Welterbebewerbung, die sehr positiv aufgenommen worden sei, wie Schachtner erklärte.

Ein zentraler Punkt in allen Planungen ist neben der inhaltlichen Komponente die Erreichbarkeit des Schlosses. Lange vor der Schlossbahn und dem diskutierten Schrägaufzug sollen noch in diesem Frühjahr auf dem Fußweg zum Schloss in der Landgraf-Philipp-Straße zwei Ruhebänke für Fußgänger aufgestellt werden. Zudem sollen zwei Schlossbusse optisch neu gestaltet werden, damit sie Besuchern besser auffallen, denn „oft ist der Schlossbus leer“, sagt Laufner. Vielleicht ist der Weg rund ums Schloss bald auch virtuell möglich. Das Unternehmen HeliCam arbeitet an einem dreidimensionalen Modell.

von Uwe Badouin

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