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„Müssen das KFZ-Flair hier reinkriegen“

Umbau des Erwin-Piscator-Hauses „Müssen das KFZ-Flair hier reinkriegen“

Noch steht kein Termin für die Eröffnung der Stadthalle fest. Anvisiert wird Ende Mai, Anfang Juni. Das KFZ-Team schnupperte schon mal in den neuen Räumen. Klar ist: Es ist noch viel zu tun.

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Das KFZ-Team mit vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern warf einen Blick in das neue KFZ. Die 
Freude überwiegt.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. „Wir schaffen das. Wir werden uns den neuen 
Laden erobern“, sagt KFZ-Geschäftsführer Gero Braach. Mehr als 30 ehrenamtliche Mitarbeiter haben vergangenen Samstag hineingeschnuppert in das künftige KFZ, das unter der alten Stadthalle in die Erde gegraben wurde.

Die meisten waren sichtlich beeindruckt von der Größe, die ganz neue Chancen eröffnet, aber auch größere Risiken als der nette, überschaubare Raum in der Schulstraße.

Der besitzt eine über Jahrzehnte gewachsene KFZ-Patina. Die soll nach Möglichkeit hinübergerettet werden in das neue KFZ. Eine eigene Arbeitsgruppe 
stellt Überlegungen an, wie man den KFZ-Stil auf den neuen Kulturladen überträgt.

Noch steht kein Termin für die Eröffnung der Stadthalle fest. Anvisiert wird Ende Mai, Anfang Juni. Das KFZ-Team schnupperte schon mal in die neuen Räume rein.

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Während der große Saal der Stadthalle und das Foyer eine Etage drüber noch nach einer 
Großbaustelle aussehen, bekommt man im KFZ schon eine Ahnung davon, wie der neue Kulturladen einmal aussehen wird. Die Wände sind im großen Saal und im Clubraum bereits verkleidet, der erste mit dunklem Holz, der zweite mit hellem Holz.

Die Toiletten sind gefliest, die Umkleidekabinen für Künstler zitronengelb gestrichen, die Duschen fertig. Zitronengelb ist auch die Einfassung der neuen Theke, deren „Schießscharten“ bei vielen KFZ-Mitarbeitern keineswegs ungeteilte Zustimmung finden.

Fast erschlagen wirkten einige KFZler angesichts der Größe. Allein das Foyer ist von der Fläche her in etwa so groß wie das jetzige KFZ. Aber das neue Kulturzentrum hat „rund 20 Räume“, wie KFZ-Techniker Kostja Rohe beim Rundgang schnell überschlägt: Backstage-Räume für die Bands, helle Büros für die zehn hauptamtlichen Mitarbeiter, die fast alle Teilzeitjobs haben, Toiletten, Kühlräume und natürlich die beiden Säle. Der große mit seiner Empore ist das künftige Herz des KFZ. Ganz locker 600 Besucher fasst der Raum, dessen Bühne variabel zu vergrößern ist.

Probleme am Bühnenausgang

Für Go Cziba, der in Marburgs Bandszene fest verankert ist, ist das „neue KFZ ein großartiger Schritt“. Der Akustiker habe, so sein erster Eindruck, „einen 
guten Job gemacht“, aber man müsse abwarten, ob das KFZ tatsächlich so gut gebaut ist wie erhofft.

Kleinigkeiten entdecken die KFZler überall: Die großen Glas-Türen zur Biegenstraße etwa können derzeit noch nicht verdunkelt und sie können bei Konzerten von innen geöffnet werden. Müssen sie auch, wegen der Fluchtwege – aber es gibt im Moment keine Sicherung, die verhindert, dass etwa Fans über diesen Weg auch die Kasse umgehen. Also müsste jede Tür einzeln bewacht werden.

Ein anderer kleiner Mangel ist der Ausgang von der Bühne. Dort drohen euphorisierte Musiker gegen eine Treppenschräge zu stoßen. All das sei angemerkt und solle behoben werden, sagt Gero Braach. Insgesamt aber überwiegt bei den rund 40 Ehrenamtlichen des KFZ die Neugier, die Freude. „Ich bin zum ersten Mal hier. Ich hatte es mir nicht so groß vorgestellt.

KFZ-Team läuft die Zeit davon

Das neue KFZ übertrifft alle Erwartungen“, meint Jonas Lux, mit 17 Jahren einer der Jüngsten im Team. Auch Jan Becker (18) „findet es richtig gut“. Er mahnt aber an: „Wir müssen unser KFZ-Flair hier reinkriegen.“ Daran wird gearbeitet. Inzwischen werden Überlegungen angestellt, etwa die alte Theke aus dem KFZ mit Rollen zu versehen und irgendwie im neuen KFZ zu integrieren.

Wie Stadträtin Kerstin Weinbach auf OP-Anfrage mitteilte, steht noch kein Eröffnungstermin fest. Ende Mai, Anfang Juni werde ins Auge gefasst. Unterdessen aber läuft dem KFZ-Team die Zeit davon. Wie Gero Braach betont, bräuchte 
 das Team eine Erprobungsphase von zwei bis drei Monaten, um alle Abläufe zu testen, auch sicherheitsrelevante.

„Man kann sich nicht einfach in ein Auto setzen und losbrettern“, meint Braach. Die Handgriffe müssen sitzen, die langen Wege müssen bekannt sein, Licht, Lüftung, Technik getestet werden – am besten live. Es ist wahrlich noch viel zu tun, zusätzlich zum Veranstaltungsalltag in der Schulstraße.

von Uwe Badouin

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