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Moskauer Dichter bietet Lyrik und etwas Politik

Wjatscheslaw Kuprianow in Marburg Moskauer Dichter bietet Lyrik und etwas Politik

Der Dichter Wjatscheslaw Kuprinow aus Moskau las am Sonntag im Café Vetter.

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Wjatscheslaw Kuprianow stellte im Café Vetter neue Gedichte vor. Schwierigkeiten beim Übersetzen machen Versmaß, Reime und Metaphern.

Quelle: Benjamin Kaiser

Marburg. Seinen 75. Geburtstag hat Kuprianow in dem „sehr schönen Städtchen“ Marburg gefeiert. Bereits am Samstag hatte die Neue Literarischen Gesellschaft den 75-Jährigen begrüßt und mit ihm dessen Geburtstag gefeiert.

Nach dem Geburtstagsempfang stand dann am Sonntagmorgen seine Lyrik bei „Literatur um 11“ im Café Vetter im Mittelpunkt. Der Jubilar trug nicht nur Gedichte vor, sondern sprach auch, aber sehr zurückhaltend, über die politische Lage Russlands. Im Anschluss an die Lesung hatte das Publikum die Möglichkeit, Kuprianow Fragen zur politischen Lage in Russland zu stellen. Allerdings wich Kuprianow einigen Fragen aus.

Es kristallisierte sich heraus, dass Kuprianow mit der Putin-Regierung „wenig am Hut hat“. Aber entgegen der Ankündigung des NLG-Vorsitzenden Ludwig Legge sei er kein Liberaler. „Das ist ein sehr schwammiger Begriff. Ich bin liberal, wenn es um meine Kunst geht. Das war‘s aber auch“, stellte der Autor fest, der jährlich mehr als einen Monat in Deutschland verbringt.

Die Gedichte des 75-Jährigen aus seinen Werken „Hardrock“ und „Wilder Westen“ aus den Jahren 2013 und 2014 zeichneten sich durch ein breites Spektrum an Themen aus, die lyrisch verarbeitet wurden. Neben sehr persönliche Werken beschäftigt sich Kuprianow immer wieder mit der russischen Mentalität und Weltsicht: Liebe, Todes- und Existenzangst gingen somit Hand in Hand mit Erfahrungen in der Sowjetunion und der Hin-und Hergerissenheit zwischen Europa und Asien.

Kuprianow, der auf Deutsch las, ist nicht nur als Autor von Lyrik und Prosa, sondern auch als Übersetzer tätig, der deutsche Werke ins Russische und umgekehrt überträgt. Eine knifflige Aufgabe, so Kuprianow: „Man muss beispielsweise auf Elemente wie Versmaß, Reime und Metaphern achten. Eine wortwörtliche Übersetzung ist natürlich nicht möglich, weil man dann diese Elemente ruinieren würde. Außerdem muss man den Geist des Gedichts konservieren.“

von Benjamin Kaiser

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