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Moderne Musik trifft auf alte Vorbilder

Canticum Antiquum Moderne Musik trifft auf alte Vorbilder

Rund 100 Zuhörer genossen am Sonntag das ruhige Konzertprogramm des Vokalensembles Canticum Antiquum rund um die Messe „Da Pacem, Domine“ von Josquin des Prés.

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Das Vokalensemble Canticum Antiquum sang  in der Universitätskirche ein andächtiges Konzert zum Thema Frieden.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Gregorianische Gesänge wurden oft als Grundlage für Motetten- oder Messvertonungen genommen. Josquin des Prés, 
einer der Großmeister des Kontrapunkts, verband in seinem Spätwerk die für ihn so typischen Elemente wie die imitatorischen Einsätze der Stimmen oder wunderschöne, ausschmückende Melismen, die kontrapunktisch fein aufeinander abgestimmt sind. Es war ein beruhigender Hörgenuss.

Für die Sänger steckten allerdings jede Menge rhythmischer Tücken in den Werken, die Brigitte Krey ausgesucht hatte. Neben Werken, die vor 1600 entstanden sind, standen auch moderne Kompositionen auf dem Programm. So hatte Leiterin Brigitte Krey bei ihren 
Recherchen das Stück „Da Pacem Domine / Verleih uns Frieden“ des 1950 geborenen Enjott Schneider entdeckt.

Der verband damit die ursprüngliche lateinische Weise mit der Übersetzung von Martin Luther, der den Choral zu einem Lied in deutscher Sprache umgestaltet hatte. Hier wurde auch die Verbindung zur deutschsprachigen Motette von Heinrich Schütz deutlich, die zuvor erklang.

Auch beim zu Beginn gesungenen „Da Pacem“ von Arvo Pärt 
handelt es sich um eine moderne Komposition, die wunderbar atmosphärisch mit langen Klangflächen auf das ruhig gehaltene Konzert einstimmte. 
Außergewöhnlich war Dimitri Terzakis’ „An eine Utopie“, die von vier Solisten ohne Begleitung und ohne Text gesungen wurde.

Die gut 30 Laiensängerinnen und -sänger verbanden sich zu einem herrlich gleichmäßigen Klangbild, das an einigen Stellen aber gerne kräftiger hätte sein können. Das Publikum genoss das andächtige Konzert rund um das Thema Frieden und wartete mit dem langen Applaus, bis sich der Chor am Ende verneigte.

von Mareike Bader

 
 
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