Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
„Mittelstadtrauschen“ in der Großstadt

Lesung von Margarita Kinstner „Mittelstadtrauschen“ in der Großstadt

„Das ganze Leben, nichts als Schicksal.“ Marie und Jakob lässt das Schicksal ineinander stolpern. Und gleich mehrere Schicksale kreuzen sich damit. Margarita Kinstner hat sie zum Roman verwoben.

Voriger Artikel
Der fast alltägliche Weltuntergang
Nächster Artikel
Actionkracher mit Anspruch

Margarita Kinstner (links) im Gespräch mit einer Besucherin. Es war ihre erste Lesung in Deutschland.Foto: Scharzwäller

Marburg. Die Geschichte beginnt in einem Café. Was für ein Ort könnte also für eine Lesung stimmungsvoller sein als eben ein Café? Wenn auch nicht in Wien, sondern in Marburg. Enttäuschend für die Veranstalter von der Neuen Literarischen Gesellschaft war nur, dass bei gerade einmal 16 Zuhörern viele Stühle im Café Vetter leer geblieben waren. „Ein Fehler für alle, die nicht gekommen sind“, sagte der Vorsitzende Ludwig Legge. Margarita Kinstner aber freute sich trotzdem: „Ich würde auch für drei Leute lesen.“

Für die österreichische Autorin war es die erste Lesung in Deutschland mit ihrem Debütroman „Mittelstadtrauschen“, der im Sommer im Deuticke Verlag erschienen ist. Auch wenn Wien, wo der Roman spielt, eigentlich eine Großstadt ist - Margarita Kinstner empfindet sie eher als mittelstädtisch, weil noch immer eine gewisse Gemütlichkeit vorherrsche. Nach Marburg war sie dank der Deutschen Bahn mit einiger Verspätung gekommen. Auch der Besuch in der mittelhessischen Universitätsstadt - ein Debüt für die Autorin.

In Wien kreuzen sich die Wege von Marie und Jakob. Sie stolpert beim Betreten eines Cafés und er verliebt sich auf der Stelle. Sie nimmt ihn mit in ihre Wohnung, währenddessen wird eine Leiche aus dem Donaukanal gezogen: Maries Ex-Freund Joe. Dessen bester Freund Gery wiederum wird später auf Sonja treffen, die Jakob für Marie verlassen hat. Und es sind noch ein Dutzend mehr Figuren, von denen „Mittelstadtrauschen“ erzählt. Weil laut Margarita Kinstner niemand ohne Eltern, ohne Freunde oder Feinde existiert.

Zunächst hatte sie nur eine Geschichte um Marie und Jakob herum geschrieben, erläutert die Autorin im Gespräch. Die allein sei ihr dann aber langweilig gewesen. Jakobs Eltern hingegen, die schon in dieser ersten Geschichte vorgekommen seien, hätten ihr Spaß gemacht. Und dann seien immer mehr Personen „hineingepurzelt“. Ihre „stille Hauptfigur“, verrät sie, ist Hedi, die 82-jährige Großmutter von Jakob.

Die Autorin ist gelernte Kindergärtnerin. Sie hat auch ein lese- und schreibpädagogisches Magazin für Kinder gegründet und von 2009 bis zum März dieses Jahres eine wöchentliche Lesereihe in Österreich mit organisiert.

von Nadja Schwarzwäller

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr