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Mit der Königin der Instrumente gegen Polio

Benefizkonzert des Rotary Clubs Marburg Mit der Königin der Instrumente gegen Polio

„End polio now“ - so war das Benefizkonzert überschrieben, das der Rotary Club Marburg am Samstag in der Elisabethkirche ausgerichtet hat. 350 Musikfreunde lauschten gebannt dem Spiel von Professor Hans-Joachim Trappe auf der Klais-Orgel.

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Marburg. Der Präsident des Rotary Clubs Marburg, Professor Dr. Bernhard Maisch, wies zu Beginn darauf hin, dass der Erlös des Abends in vollem Umfang der Kampagne gegen Kinderlähmung zugute kommt. Dann ließ Professor Hans-Joachim Trappe die große Orgel der Elisabethkirche erklingen. Trappe ist Mediziner und ausgebildeter Organist, das Musikprogramm hat er eigens für die neue Klais-Orgel zusammengestellt.

Es war ein Programm wie geschaffen für das mächtige Instrument. Als Auftakt spielte Trappe den majestätisch-festlichen Marche Pontificale von Nicolas Jacques Lemmens, bei dem der Musiker das ganze Klangvolumen der Orgel ausschöpfen konnte. Wesentlich ruhiger und vor allem schlichter ging es in den drei Bach-Chorälen zu. Der Organist verstand es mit seinem einfühlsamen Spiel sehr gut, die gelassen fließende, andächtige und innige Musik zum Leben zu erwecken.

Der folgende Auszug aus der Suite in C-Dur stammte aus der Feder von Jean-Baptiste Lully. Lully war Komponist bei Ludwig XIV. und schrieb seine Werke für die höfische Gesellschaft. In der verspielten fünfsätzigen Suite bot sich die Möglichkeit, die silbrig-hell klingenden Trompetenregister der Klais-Orgel vorzustellen. In dem tänzerischen Intermezzo von Louis Lefébure-Wely spielten dann die Soloregister Flöte und Oboe eine entscheidende Rolle. Wunderschön die Zweisprache der beiden „Instrumente“, die Flöte zart und spielerisch, die Oboe mit ihrem typischen singenden Klang. Mit Widors Finale aus der Orgelsinfonie Nr. 6, einem feierlichen Stück, beschloss Trappe den Abend. Die Konzertbesucher bedankten sich mit lang anhaltendem Applaus.

Zwischen den Orgelstücken informierten Mitglieder des Rotary-Clubs über die Arbeit der weltweit arbeitenden Vereinigung. Kinderlähmung war einst eine der grausamsten Infektionskrankheiten, die heute dank intensiver Bemühungen fast ganz verschwunden ist. Dazu hat Rotary International maßgeblich beigetragen. Die Impfkampagne, die der Club seit mehr als 25 Jahren zusammen mit der Weltgesundheitsorganisation, UNICEF und der Bill & Melinda Gates Stiftung vorantreibt, hat die Kinderlähmung fast auf der ganzen Welt besiegt. Nur in drei Ländern sind auch heute noch Menschen akut von der Krankheit bedroht: in Afghanistan, Pakistan und Nigeria. Noch 1988 war ein großer Teil der Welt verseucht: Weltweit fielen jedes Jahr 350.000 Menschen der unheilbaren Krankheit zum Opfer. 2011 gab es nur noch 650 neue Infektionen auf der Welt, die im Zuge der weltweiten Mobilität allerdings noch immer eine Gefahr bedeuten

Derzeit sind 1,2 Millionen Rotarierinnen und Rotarier in 34.200 Clubs in fast allen Ländern der Welt engagiert.

von Bettina Preussner

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