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Mit dem Tretboot zur Bühne

Literatur am Flus Mit dem Tretboot zur Bühne

Ein selten schönes Erlebnis - vom Ufercafé Gischler aus lauschten Zuhörer am Wochenende den Texten der Marburger Poeten. Diese wurden eigens mit dem Tretboot zur Floßbühne gefahren.

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Lahn-Idyll mit Literatur: In Scharen waren die Besucher am Wochenende zu „Literatur am Fluss“ ins Ufercafé Gischler gepilgert.Foto: Tabea Reinelt

Marburg. Im Ufercafé Gischler wurde von Freitag bis Sonntag aufmerksam zugehört, herzlich gelacht, gejubelt und applaudiert. Über 200 Zuschauer versammelten sich dort allein am Samstagabend. Sie saßen auf Bänken, standen auf der Brücke oder hockten auf dem Steg.

Alle wollten das Best-of von Marburgs Lesebühnen miterleben. Manch ein Passant blieb sogar interessiert stehen um sich gleich darauf unter die Zuhörer zu mischen. Kein Wunder, denn auf der Floßbühne legten sich elf Autorinnen und Autoren mächtig ins Zeug. Seitenlange Gedichte wurden auswendig „performt“, poetische Gedanken in klangvolle Worte verpackt. Pointierte Geschichten lösten Lachanfälle beim Publikum aus, oder brachten die zum Schmunzeln.

Im fliegenden Wechsel wurden verschiedenste Themen in unterschiedlichsten Textgattungen auf die Floßbühne gebracht. Im Laufe des Abends sprang sogar eine Teilnehmerin, Leticia Wahl, nach ihrem Auftritt in die Lahn und schwamm selbstständig zum Ufer zurück, statt sich vom Tretboot-Taxi zurückbringen zu lassen.

Begleitet wurde das Open-Air-Special von den Moderatoren Marvin Ruppert und Felix Lobrecht. Diese füllten die Pausen mit charmanten Dialogen und kündigten enthusiastisch die Vortragenden an.

Ganz besonders schön für das Auge wurde es, als die Dunkelheit hereinbrach und die Lesenden in Scheinwerferlicht getaucht auf der schwappenden Floßbühne standen. Das Lichtspiel auf der Lahn und die behagliche Stimmung trugen dazu bei, die Lesebühne zu einem ganz besonderen Erlebnis zu machen.

Die Veranstaltungsreihe „Literatur im Fluss“ gibt es bereits seit 2011 und wurde von Roman Gischler, dem Besitzer des Ufercafés, ins Leben gerufen. In Kooperation mit der Marburger Poetry Slam Szene wurden seither jedes Jahr eine Lesebühne und ein Poetry Slam veranstaltet. Diese waren jedoch selten so gut besucht, wie dieses Jahr.

Besonders der Poetry Slam, der am Freitag stattfand, lockte regelrechte Menschenmassen zum Ufercafé. Eingeladen waren neun Slammer aus den verschiedensten Winkeln Deutschlands, die dann mit ihren Texten im Wettbewerb gegeneinander antraten.

Am Sonntag standen drohende Gewitterwolken über der Lesung von Lars Amend. Daher war das Ufercafé nicht ganz so gut besucht wie zuvor. Der Regen setzte jedoch glücklicherweise erst später ein, so dass der in Gießen aufgewachsene Autor in Ruhe aus seinem Bestseller „Dieses bescheuerte Herz“ lesen konnte. Mit ruhiger Stimme erzählte Amend von den Erfahrungen, die er als Bruder eines herzkranken Jungen sammelte und beantwortete anschließend Fragen aus dem Publikum.

von Tabea Reinelt

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