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Mit Zombies in die Sommerpause

Hessisches Landestheater Mit Zombies in die Sommerpause

Weltuntergangsszenario beim Hitzehoch „Annelie“? Genau dies bot das Theaterstück „Zombie1_Eine Schreckensbilanz“ im Rahmen des Marburger Theatersommers.

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Marcel Franken (links) und Charles Toulouse mimen Zombies vor dem „Greenscreen“ und „beamen“ sich mitten in Zombieklassiker.

Quelle: Immanuel de Gilde

Marburg. In der Galeria Classica waren nicht nur physische Schweißausbrüche des Publikums die Folge der Witterung, sondern auch technische Apparaturen streckten angesichts der Sauna-Temperaturen die Waffen, sodass die Vorstellung 40 Minuten später als geplant anfangen musste.

Dennoch waren die Besucher gespannt, konnte dieser Start doch zu einer gewieften Inszenierung gehören. Im Theatersaal der Galeria Classica wurden die Zuschauer mit Filmsequenzen und aufgenommenen Buschtrommeln begrüßt.

Knapp eine Stunde lang entführten Charles Toulouse und Marcel Franken vom Landestheater das Publikum in die Welt der Untoten. Toni (Toulouse) ist Zombiedarsteller und dreht zusammen mit einem Regisseur (Franken) einen Zombiefilm auf der Insel Matool, eine Anspielung auf eine gleichnamige Insel in dem Horrorfilm „Zombi 2“.

Dort läuft beim Dreh so einiges schief, sodass Hauptdarsteller Toni nur durch geschickte Zombiemimikry entkommen kann. Bis dahin setzt sich das Stück jedoch aus Drehversuchen für den Film, Radiointerviews und Lesungen aus dem Buch „Geheimnisvolles Haiti“ von W. B. Seabrook zusammen.

Konzept geht nur teilweise auf

Gerade der gespielte Dreh des Films wurde durch den Einsatz eines sogenannten „Greenscreen“ sehr vielseitig, da die Figur des Toni in alle möglichen bekannten Zombiefilme wie etwa „Night of the Living Dead“ von George A. Romero hineinprojiziert und Toulouse zum Mitspieler wurde. Ebenfalls thematisiert wurde an dem Abend die Entwicklung des Zombietypus im Verlauf der Geschichte des Horrorfilms.

Leider ging die Inszenierung nicht ganz auf: zu vielseitig ist das Genre des Zombie(films), zu vielschichtig sind die Charaktere und die Erzählebenen und zu vielfältig die verschiedenen im Stück verwendeten Medien. Gleichwohl boten die beiden Akteure eine interessante Herangehensweise an eine unkonventionelle Theaterthematik. „Zombie1“ ist ab Herbst wieder im Hessischen Landestheater Marburg zu sehen.

Unterdessen wurde das Erfolgsmusical „Cinderella“ auf dem Marktplatz an den letzten Aufführungstagen geradezu überrannt. Die Besucherkapazitäten reichten bei weitem nicht aus. Am letzten Abend öffnete das Landestheater den Sichtschutzzaun, so dass hunderte weitere Besucher auf dem Marktplatz zumindest das große Finale der Inszenierung von Intendant Matthias Faltz sehen konnten.

von Immanuel de Gilde

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