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Mit Verlaub, es darf diskutiert werden

Diskurs-Festival Mit Verlaub, es darf diskutiert werden

Berühmt berüchtigt sind sie die Angewandten Theaterwissenschaften in Gießen. Das Diskurs-Festival, das nun seit 30 Jahren von Studierenden organisiert wird, gehört zu den großen Ideen des kleinen Studiengangs.

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Gemeinsam agieren, gemeinsam diskutieren: Das Diskurs-Festival des Gießener Studienganges Angewandte Theaterwissenschaften feiert sein 30-jähriges Bestehen.

Quelle: Foto: Nadine Weigel

Gießen. Wild und mutig. Frei und unkonventionell kommen sie daher. Sie sprengen Grenzen. Egal ob Tanz, Theater, Performance, bildende Kunst, Medien und Wissenschaft - die Absolventen des Studiengangs Angewandte Theaterwissenschaften mischen fröhlich überall mit. Große Regisseure wie René Pollesch und andere furiose Dramatiker hat der Fachbereich hervorgebracht.

Das kleine Gießen ist im bundesdeutschen Theaterbetrieb berühmt für seine berüchtigten Theaterwissenschaftler. Selbst international sind Gießens ATWler für ihre Performancekünste bekannt. Und sie leben ihr Streben nach gestalterischer Freiheit bereits während des Studiums aus. Unter anderem durch das von ihnen selbst organisierte Diskurs-Festival, das in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag feiert. „Jeder kann sich künstlerisch einbringen - und das in jeglicher Form“, sagt Carina Premer, die zusammen mit Rudolf Triller, Rahel Kesselring und weiteren 15 Helfern das Festival organisiert.

Noch bis Dezember gibt es nun jeden Sonntag von 12 Uhr mittags bis 24 Uhr, Mitternacht eine andere künstlerische Darbietung. „Das kann alles sein, es geht vor allem um Interaktion“, erklärt Premer. Der Besucher soll raus aus der Konsumentenrolle und sich aktiv mit dem Gesehenen auseinandersetzen.

Praktisch bedeutet das vor allem eines: Ganz Gießen wird zur interaktiven Bühne. Die Diskurs-Macher wollen die Stadt erlebbar machen. Jeden Sonntag werden sich die Künstler mit ganz unterschiedlichen Themen intensivst auseinandersetzen. 12 Stunden lang, zusammen mit dem Publikum und an immer einem anderen Ort. Den Anfang machte ein opulentes gemeinsames Mahl im Alten Schloss, ein anderes Mal folgte ein interaktiver Spaziergang durch die Stadt.

„Wir wollen Entwicklungen, die uns und unsere Zeit betreffen, aufspüren und diskutieren - und uns dazu auffordern, unser Verständnis von Kunst, Kultur und Leben sowie die Praxis unserer Denk- und Kommunikationsgewohnheiten zu reflektieren “, erläutert Katharina Fenderl vom Organisationsteam. Ob Performance, Tanz, Theater oder soziologische Feldforschung - langweilig wird es ganz sicher nicht. Denn das Festival - und so war es von Beginn an - bietet vornehmlich jungen Künstlern aus aller Welt eine Plattform. „Künstler, die sonst auf etablierten Festivals keinen Platz haben“, so Premer. Bis zum 12. Dezember stehen die Sonntage in Gießen ganz im Zeichen des Diskurs-Festivals. Man darf gespannt sein.

von Nadine Weigel.

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