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Mit Temperament und Leidenschaft

Mit Temperament und Leidenschaft

German Prentki und César Angeleri gehören zur ersten Garde der Tangomusiker. Am Freitagabend spielten sie im Café des Kaiser-Wilhelm-Turms. Das Publikum war hingerissen.

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Meisterliches Zusammenspiel: César Angeleri (links) und German Prentki.

Quelle: Bettina Preussner

Marburg. Lutz Götzfried vom Verein Mobilo kündigten den Gästen im restlos ausverkauften Turmcafé ein ganz besonderes Konzert an. „Die beiden Musiker stehen ganz oben in der Liga der Tangospieler“, sagte er.

Und wirklich, der Cellist German Prentki und der Gitarrist César Angeleri erwiesen sich als absolute Meister ihres Faches. Zusammen zauberten sie einen angenehm reinen und schmeichelnden Klang und begeisterten mit ihrem engagierten und perfekten Zusammenspiel.

„Ich freue mich, dass ich wieder in meinem Wohnzimmer bin“, erklärte German Prentki in perfektem Deutsch. Schon öfter sei er zu Gast im Turmcafé gewesen, dieses Mal zusammen mit César Angeleri. Der Gitarrist Angeleri stamme zwar aus Argentinien und er aus Uruguay, aber auf der Bühne herrsche die reine Harmonie, erklärte er augenzwinkernd. Nach einigem Geplänkel, welches Land wohl die besseren Fußballer habe, legten die beiden los.

Sie starteten mit einem Lied von Carlos Gardel in den Abend, dem „besten Tangosänger überhaupt“, so Prentki. Das Stück begann gefühlvoll und nachdenklich, um dann in einen äußerst flotten Dialog zwischen Gitarre und Cello überzugehen.

Fröhliches Stück geht ins Ohr

Der Tango „El Choclo“ stamme „leider aus Argentinien“ und sei einer der berühmtesten Tangos, so Prentki weiter. Die beiden Künstler spielten die mitreißende Melodie mit viel Temperament und Leidenschaft und klopften dabei den Rhythmus auf dem Korpus ihrer Instrumente.

Während einer früheren Tournee hätten sie in ihrer Freizeit zusammen einen Tango komponiert, erzählte der Cellist weiter. Der heiße jetzt „Al Paco“, wie sein Hund, der ihnen beim Komponieren zugeschaut hat. Das lebenslustige Stück ging sofort ins Ohr und begeisterte mit seiner ansteckenden Fröhlichkeit die Zuhörer. Wenig später spielten Prentki und Angeleri einige Stücke von Astor Piazzolla (1921-1992), einem der bekanntesten Tangospieler und Komponisten.

Die beiden Musiker interpretierten Piazzollas temperamentvollen Tango „La muerte del angel“, der mit einem virtuos gespielten Gitarrensolo begann. Bald gesellte sich das Cello dazu, und zusammen steigerten die beiden Künstler das Tempo bis zu einem wahren Hexentanz. Das Publikum bedankte sich mit stürmischem Applaus für die kunstvolle Darbietung.

German Prentki wurde in Montevideo in Uruguay geboren. Seit 1988 ist er Cellist der Philharmonie Südwestfalen, mit der er mehrere Reisen durch Europa und Asien unternommen hat. In verschiedenen kleinen Ensembles spielte er darüber hinaus sowohl klassische Stücke als auch Tango.

César Angeleri wurde in Buenos Aires/Argentinien geboren. Heute arbeitet er als Professor für Gitarre (Tango) am Konservatorium in Buenos Aires.

von Bettina Preussner

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