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Mit Musik eintauchen in fremde Kulturen

Quintett „Radio Rumeli“ in der Waggonhalle Mit Musik eintauchen in fremde Kulturen

Es hat einen ganz eigenen Kontrast: Das Gelände der Waggonhalle, zusammengefügt aus Backsteinen und Stahl – und die ebenso zarten wie hellen Klänge von Flöte und Gesang aus dem Mittelmeerraum.

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Atilla Öztürk, Veronika Neundorf, Mehmet Bayraktar, Ralf-Martin „Roma“ Barth und Abdullah Kırlı begeisterten die Gäste der ausverkauften Waggonhalle.

Quelle: Marcus Hergenhan

Marburg. Verantwortlich für diesen besonderen Effekt sind Atilla Öztürk, Veronika Neundorf, Mehmet Bayraktar, Roma Barth und Abdullah Kırlı von „Radio Rumeli“, die in der Waggonhalle auftreten, wo sie schon zu den Stammkünstlern gehören.

Die orientalischen Töne kommen nicht von ungefähr: Öztürk Bayraktar und Kırlı kommen aus der Türkei, Veronika Neundorf aus Tschechien; und die Klänge aus Mittelmeer- und Schwarzmeerraum haben es ihnen besonders angetan.
Viele der Geschichten, die in den Liedern erzählt werden, stammen aus diesen Regionen, aus Armenien oder der Türkei.

Sie handeln von der Liebe zum Meer, oder von der Liebe der Menschen zueinander. Oft geht es dabei um schwierige Beziehungskonstellationen, wie etwa zwischen zwei Männern und einer Frau, wobei einer der Herren unglücklicherweise auch noch deutlich mächtiger ist als der andere.

Um dabei die Atmosphäre so dicht wie möglich zu halten, geben die Musiker vollen Körpereinsatz, etwa wenn Mehmet Bayraktar auf einer ganz besonderen Flöte seiner Heimat spielt, mit der er hohe wie rauschende Töne erzeugt und den Eindruck vermittelt, auf das Atmen dabei ganz zu verzichten. „Es ist in der Tat so, dass ein Laie, der versuchen würde, das direkt nachzuahmen, nach kurzer Zeit umkippen würde“,
erklärt Atilla Öztürk.

Ehemalige Nachbarin ist Fan der ersten Stunde

Bei so viel Einsatz müsse auch das Publikum mitziehen, meint der Sänger und erläutert, wie man einen ordentlichen Neun-Achtel-Takt klatscht. „Wir haben hier schließlich auch einen Bildungsauftrag“, scherzt Öztürk.  Das Konzept geht auf. Die Zuhörerinnen und Zuhörer an den mit Kerzen beleuchteten Tischen und auf der Tribüne hören andächtig zu – und mitunter hat man den Eindruck, zwischen dem Rauschen der Flöte und Neundorfs Gesang tatsächlich das Meer zu riechen.

Kein Wunder also, dass viele schon länger Fan der Band sind, wie etwa Erzieherin Heidi Hawelka. „Ich bin jetzt schon zum dritten Mal auf einem Konzert, zweimal war ich mit in der Synagoge in Lich und jetzt hier.“ Roma Barth und Atilla Öztürk haben über zehn Jahre zusammen mit ihr im Amtsgericht in Fronhausen gewohnt. „So kam ich natürlich auch mit ihrer Musik in Kontakt und war absolut begeistert: Man fühlt sich wie in einem anderen Land. Das ist wie auf Reisen gehen, ohne viel zu bezahlen.“

von Marcus Hergenhan

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