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Mit Kultur die Schule weiterbringen

Studierende stellten Praxisprojekte vor Mit Kultur die Schule weiterbringen

Schulen setzen zunehmend auch auf kulturelle Bildung. Seit dem Wintersemester 2014/15 gibt es einen Masterstudiengang. Der erste Jahrgang gab Einblick in verschiedene Projekte.

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Schulzeit ist Lebenszeit, meint die Grafik-Designerin Barbara Schork-Bornitz.

Quelle: Mareike Bader

Marburg. Mit dem Weiterbildungsmaster „Kulturelle Bildung an Schulen“ besteht seit dem Wintersemester 2014/15 bundesweit eine neue Möglichkeit der berufsbegleitenden Fortbildung von Lehrern.

Angeboten wird sie von der Philipps-Universität in Kooperation mit der Altana-Kulturstiftung. In Praxisprojekten versuchten die 22 Studierenden des ersten Jahrgangs das Gelernte an Schulen umzusetzen. „Sie haben viel gelernt“, berichtete Professorin Anke Abraham vom Kernteam des Studiengangs.

In kurzen Präsentationen im Marburger Rathaus stellten die Studierenden ihre Projekte vor – teils mit Ständen im Foyer, wie die Grafik-Designerin Barbara Schork-Bornitz, bei der die Besucher Karten selbst bedrucken konnten. Aber auch mittels Podcasts – also digitalen Mediendateien, kleinen Filmen oder klassisch in Kurzvorträgen wurde von den Erfahrungen berichtet.

Erstellung kreativer Bewerbungsunterlagen

Nach einem kurzen Tanz mit Kommilitonen erzählte Loreen Fajgel, Balletttänzerin und Choreographin, von ihrem Projekt „Chance Tanz“, mit dem sie an der Richtsberg-Gesamtschule (RGS) etwa Flüchtlingen die deutsche Sprache vermittelt hat. „Ich habe gelernt, mich deutlicher auszudrücken und intuitiver zu lernen“, berichtete Fajgel. Die Idee kam durch ihre Tochter, die bei einem finnischen Tanzworkshop Begriffe der finnischen Sprache gelernt hatte.

Ebenfalls an der RGS unterrichtet Cornelia Picht. Bei ihrem Pilotprojekt versuchte sie die kulturelle Bildung mit der Berufsorientierung ihrer Schüler zu verbinden. So sollten die Schüler kreative Bewerbungsunterlagen erstellen, die sich etwa mit selbstgemalten Bildern von der Masse abheben sollten.

Während Fajgel eher Probleme bei der Antragstellung hatte, erfuhr Picht große Unterstützung durch die Künstlerin Sabine Reuter-Lange, das Hessische Landestheater und einen Coach. Dagegen musste Picht eher mit den Schülern kämpfen, die dem Vorhaben skeptisch gegenübergestanden und große Berührungsängste gezeigt hätten. „Ich finde die Idee nach wie vor grundsätzlich gut, aber ich habe gemerkt, ich muss mehr auf Freiwilligkeit setzen“, sagte die Lehrerin im Gespräch.

„Kultur kann man nur gemeinsam erleben“

Das Prinzip der Schnittstelle zwischen Schule und kultureller Bildung nahm besonders die Schauspielerin Johanna Niedermüller auf, die sich als „Kulturagentin“ an der Schule verstand und von Problemen ihres „Kulturfahrplans“ berichtete. „Vertrauensbeginn braucht Zeit“, so Niedermüllers Fazit.

„Kultur kann man nur gemeinsam erleben“, lautet das Credo von Christoph Bartholomäus, Kommunikationsdesigner sowie freiberuflicher Graphiker und Fotograf aus Berlin. Bei seinem „Filming for Change“ will er Kinder ihre Fragen an die Welt stellen lassen und zwar mit Mitteln aus Kunst, Theater, Musik oder Film. „Wir sind die guten Nachrichten“, sagte er über die selbstgedrehten Filme, mit denen er Kinder unterstützen will ihre Profession zu finden, die für ihn Mut und Kreativität bedeutet.

von Mareike Bader

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