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Mit „Kleinen Dingen“ ganz groß werden

Janne in der Waggonhalle Mit „Kleinen Dingen“ ganz groß werden

Schwer erkältet, aber überglücklich. Janne hatte zum Single-Release-Konzert in die Waggonhalle eingeladen. Und aus gegebenem Anlass gab es Torte zur Musik.

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Erkältet, aber glücklich: Der Singer-Songwriter Janne aus dem Ebsdorfergrund steht mit seinem Bruder Tim Heuser und seinem Freund Sebastian Bitterlich auf der Bühne.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Marburg. Schwarzwälder Kirsch bei einem Konzert? Fans wussten sofort Bescheid: Im Video von „Kleine Dinge“, der vor wenigen Tagen veröffentlichten Single von Janne, spielt die Torte eine Rolle. Also machte sich der Sänger aus dem Ebsdorfergrund den Spaß. Das hätt es aber gar nicht gebraucht, um den Abend zu einem ganz besonderen zu machen. Seine Musik allein hätte vollkommen gereicht. Und das, obwohl er schwer erkältet auf der Bühne stand. „Kinder, mir geht’s echt so kacke, aber egal, heute wird gefeiert.“

„Tee nicht vergessen“, wurde er auf Zuruf aus dem Publikum zwischen den Songs erinnert. Und wie glücklich ihn dieses Publikum machte, das betonte er mehrfach. „Es ist mega schön, dass so viele gekommen sind.“ Das letzte Jahr sei „echt krass“ gewesen, sehr emotional, sehr viel Arbeit. „Es ist ein geiles Gefühl, ich bin echt dankbar.“ Mehr als 100 Leute füllten die Waggonhalle und bekamen wunderbare handgemachte Musik geboten. Oder um es mit einer Stimme von ganz hinten zu sagen: „Geil!“.

Lieder von "Kleinen Dingen" und großen Gefühlen

Nicht umsonst heißen sowohl die erste Single wie auch das Album, das im kommenden Jahr erscheinen wird, „Kleine ­Dinge“. Janne erzählt in seinen Liedern von den kleinen Dingen und den großen Gefühlen des Lebens, von Freundschaft und Liebe, von der Suche nach Glück und vom Glück des Findens. Mal zum Mitsingen und mal zum Mitträumen. „Das ist so ein schönes Ding“, sagt er, als er das in der Tat wunderschöne Stück „Decke“ anmoderiert, das sich ganz warm und weich an diesem verregneten Novemberabend auf die Seele legte. „Wirklich, hört mal zu.“

Zuhören lohnte auch schon bei „Son:Faber“, die es zwar als Band seit April 2015 nicht mehr gibt, deren Sänger Matthias Schulze aber als Unterstützung für Janne in der Waggonhalle erstmals wieder auf der Bühne stand. Schönreden könne man sich diesen 9. November nicht mehr, stellte er fest, aber in einer Zeit, wo Sprache dazu verwendet werde, um zu Hass aufzurufen, schlug er vor: „Lasst uns doch heute Abend einfach eine schöne Sprache benutzen“. Musik sei die schönste Sprache. Und Kollege Janne übrigens einer der besten Stimmen Mittelhessens.

"Eigentlich geht es auch ums Saufen"

Der heißt mit bürgerlichem Namen Jan Heuser und steht gemeinsam mit seinem Bruder Tim und Sebastian Bitterlich als Janne auf der Bühne. Dass die drei sich auch über die Musik hinaus gut verstehen, ist ihnen anzumerken.

Und wenn Jan ein Lied über Freundschaft ankündigt, dann grätscht Sebastian eben mal mit dem Hinweis rein: „Eigentlich geht es schon auch ums Saufen“. Natürlich.

Worum es dem Singer-Songwriter auch und immer geht, das ist Haltung. Um die Überzeugung, seinen eigenen Weg zu finden, fernab von „höher, schneller, weiter“. „Ich werd meinen Weg schon machen, ja, ihr könnt euch drauf verlassen, ich werd meinen Weg schon gehn“, singt er in seinem Lied „Geschichte schreiben“. Dem ist nichts hinzuzufügen.

von Nadja Schwarzwäller

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