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Mit Eleganz, Esprit und Leichtigkeit

Konzert des Collegium musicum Mit Eleganz, Esprit und Leichtigkeit

Mit 26 jungen Musikern aus Georgi Kalaidjievs Projekt „Musik statt Straße“ und ausgewählt schönen Werken erfreute ein glänzend aufgelegtes Collegium musicum die Zuhörer.

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Der Geiger Georgi Kalidjiev (links) leitet seit vielen Jahren das Stadtallendorfer Collegium musicum. Am Sonntag stellten sich auch Kinder aus seinem Hilfsprojekt „Musik statt Straße“ vor.

Quelle: Helmut Rottmann

Stadtallendorf. Es ist eine noble Geste des Stadtallendorfer Collegium musicum, bei Gelegenheit Konzerte von jungen Musikern eröffnen zu lassen. Dieses Mal waren es Schüler von Georgi Kalaidjievs Projekt „Musik statt Straße“, die zurzeit der Bulgarischen Gesellschaft in Gießen einen Besuch abstatten.

Sie erfreuten mit Chorbeiträgen, mehreren Einzelbeiträgen an unterschiedlichen Instrumenten als Einschübe ins Programm und bekamen von den 200 Zuhörern stets herzlichen Applaus als Anerkennung ihres Könnens.

Bei Johann Sebastian Bachs Konzert in E-Dur für Violine und Streicher, BWV 1042, fächerte das Collegium musicum mit seinen Leiter Kalaidjiev an der Solovioline die variable Zuordnung von Solist und Orchester bis hin zum Funktionstausch auf. Kalaidjiew brillierte in den schnellen Ecksätzen mit schlankem Ton bei den Tonfiguren und Doppelgriffen hin zu traumhaft sicherem Wechselspiel mit „seinem“ Orchester.

Von John Williams erklang die Titelmelodie des Films „Schindlers Liste“ mit Georgi Kalaidjiev als Soloviolinist, Silvia Schäfer an der Harfe und Arne Kühr auf der Gitarre. Sie präsentierten diese bedrückend schöne  Melodie mit viel Gefühl, stellenweise mit zu dichtem Klangbild.

Interpretation voller Leichtigkeit

Der Gitarrist Arne Kühr war Solist bei Johann Sigismund Weiss’ Concerto d-Moll für Laute und Streicher, bearbeitet für Gitarre. Sangliche Melodik, fließende Dreiklangsmotive, empfindsam gestalteter Mittelteil, feine Abstufungen in Dynamik, zart abgestimmtes Spiel von Gitarrist und Orchester, exakte Tempowechsel bereiteten dem Auditorium Vergnügen.

Obwohl Mozart weder die Flöte noch die Harfe besonders schätzte, schrieb er 1778 in Paris mit dem Konzert für Flöte, Harfe und Orchester in C-Dur KV 299 – ein liebliches Werk. All die Schönheiten der Komposition kosteten in dialogisierendem Wechsel die Flötistin Stefanie Schroedel mit weichem Ton und die Harfenistin Silvia Schäfer mit figurativem Spiel zu subtiler Begleitung des Collegium musicum aus, das verstärkt wurde durch Bläser des Philharmonischen Orchesters Gießen.

Sie interpretierten das Werk mit ansteckender Leichtigkeit, voller Eleganz, Esprit und Galanterie. Ein zauberhafter Abschluss, für den sich das Publikum mit langem, stürmischen Applaus bedankte, der sichtbare Freude auf die Gesichter der Musiker malte.

Bürgermeister Christian Somogyi sagte bei seiner Begrüßung: „Es ist immer wieder schön, so ein künstlerisches Orchester und Sie als Zuhörer zu haben.“ Er würdigte mit einem kleinen Präsent Hans Christian Malzahn für sein 23-jähriges Engagement für die Kunst- und Kulturtage.

Dieser verwies dabei auf die Verdienste von Altbürgermeister Manfred Vollmer, so dass aus der geplanten einen Woche sechs Wochen Kunst- und Kulturtage werden konnten. Malzahns Nachfolger sind Philip Schütz als neuer Leiter der Sing- und Musikschule und Michael Feldpausch als neuer Vorsitzender des Kulturkreises.

von Helmut Rottmann

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