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Mit 87 Jahren die erste Ausstellung

Ausstellung Mit 87 Jahren die erste Ausstellung

Mehr als 250 berühmte Gemälde hängen und stehen im Haus von Hilde und Heinz Krohn. Die Vereinsgemeinschaft Ockershausen präsentiert einen Teil der Bilder am Sonntag ab 16.30 Uhr im Haus der Matthäusgemeinde.

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Heinz Krohn hat eine Kopie eines Bildes von Jacques-Louis David in Arbeit. Das Original des Napoleon-Malers hängt im Pariser Louvre.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Das Haus von Heinz und Hilde Krohn hängt voll mit alten Meistern. Cezannes „Die Zocker“ hängen neben Van Goghs „Kartoffelessern“, ein Monet neben einer Boddenlandschaft in Fischland-Darß. Auch im Treppenhaus, im Wohnzimmer und im Keller hängen alte und neue Meister: Da Vincis berühmte „Mona Lisa“ hat dort ihren Platz, Vermeers ebenso berühmtes „Mädchen mit dem Perlenohrring“, Porträts von Frans Hals und viele, viele Renoirs, die Heinz Krohn liebt, weil er „ein so heiterer Maler ist“.

Wären es Originale dann wären die Krohns steinreich, das Haus eine Festung. Es sind aber keine Originale sondern verblüffend getreue Kopien aus dem Atelier des inzwischen 87-jährigen Hobbymalers.

Schon als Kind hat Heinz Krohn gern gemalt, gefördert wurde er aber nicht. Er hat „was Solides“ gelernt, wurde Schmiedemeister. Der Krieg hat den Mecklenburger 1947 nach Marburg verschlagen. Er blieb, baute in Ockershausen einen Schlossereibetrieb auf.

Als er mit 67 in Rente ging stürzte er sich in ein neues Hobby – mit einem Elan, den man vielen jungen Menschen wünschen würde. Er besuchte einen Malkurs, lernte, wie man Farben mischt und legte los in seinem Atelier im Keller des Hauses.

Mehr als 250 Bilder hat er inzwischen kopiert: Van Gogh, Vermeer, Botticellis „Geburt der Venus“, Edvard Munchs „Der Schrei“, Franz Marcs „Der Hutladen“, Rembrandts berühmte „Nachtwache“.

Tag für Tag malt Heinz Krohn. Vorlagen sind Kunstkalender, Fotografien, Kunstbücher. Seine Kopien sind maßstabsgetreu, haben aber fast immer kleinere Formate: Rembrandts Nachtwache wurde mit einer Größe von 3,63 mal 4,37 Metern sein kleines Atelier sprengen. Bei ihm ist die „Nachtwache“ 1,20 mal 1,60 Meter groß.

„Das ist faszinierend“, sagt der Ockershäuser Reinhold Drusel. Gemeinsam mit der Vereinsgemeinschaft des Stadtteils hat er eine Ausstellung organisiert. „Wir müssen die Bilder einfach einmal zeigen“, meint Drusel, der ein Plakat und sogar einen kleinen Katalog gedruckt hat und darüber selbst zum Kunstfreund wurde. „Heinz Krohn malt ja alle Stile in perfekter Qualität“, sagt Drusel begeistert.

Der Hobbymaler selbst ist bescheiden: „Ich bin glücklich, ich freue mich, wenn ein Bild gut geworden ist. Und meine Frau freut sich mit mir. Mehr kann ich nicht erreichen“, sagte er einmal der OP.

Die Ausstellung ist nur am Sonntag, 16. Januar, ab 16.30 Uhr im Haus der Matthäuskirchengemeinde Ockershausen zu sehen. Der Eintritt ist frei.

von Uwe Badouin

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