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Barock und Samba eng verbunden

„Missa Brasileira“ Barock und Samba eng verbunden

Ganz neuartige Klänge brachte der brasilianische Komponist Jean Kleeb in die Marburger Matthäuskirche.

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Komponist Jean Kleeb (rechts) stand auch mit auf der Bühne.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Zusammen mit dem Chorensemble „Missa Brasileira“, der Sopranistin Nadine Balbeisi und einem Instrumentalensemble präsentierte er seine „Missa Brasileira“, die nun auch als CD erschienen ist. Die Messe verbindet südamerikanische, aber auch afrikanische Klänge miteinander, bleibt ihrer barocken Grundform und dem typischen Ablauf jedoch treu.

Mit der Begleitungsform durch Cello, Cembalo, Percussion und Bass spielt der Komponist mit verschiedenen Stilrichtungen, unter anderem Samba oder auch Bossa Nova. Außerdem erweckt Kleeb die oft vernachlässigte Viola da Gamba wieder zum Leben – ein Streichinstrument, das dem Cello sehr ähnlich ist, aber dennoch rundere und vollere Klangwirkungen erzeugt.

Ein Gloria mit spiritueller Wirkung

Schon die ersten Töne des 
Kyrie, das den Beginn der Messe bildet, nahmen den Kirchenraum ein und fesselten die Zuhörer mit dem gefühlvollen, souligen Bossa-Nova-Stil. Das Ensemble führte besonders die langen Töne ruhig und kraftvoll aus. Der festliche Charakter des Stücks verband sich mit dem Spiel des Cembalos und des Cellos zu einem harmonischen Klangerlebnis.

Als Kontrast zum ruhigen 
Kyrie schloss sich das Gloria an, das in seiner kirchlichen Tradition eine festliche Atmo­sphäre kreierte. Kleeb verband diese 
festliche Stimmung mit dem Samba, der das Gloria zu einem tanzbaren Rhythmus stilisierte. Der Einsatz der Percussion, gespielt von Klaus Schloßmacher, gab dem Stück das Feuer einer leidenschaftlichen Samba. Mit dem präzisen, aber auch eingängigen Gesang des Ensembles und vor allem von Nadine Balbeisis strahlte das Gloria zugleich seine spirituelle Wirkung auf das Publikum aus.

Standing Ovations 
für das Ensemble

Die Kombination der südamerikanischen Stilelemente mit den traditionellen künstlerischen Gestaltungsformen des Barocks gelangen Kleeb und seinem Ensemble hervorragend. Alle Beteiligten gaben ihre Leidenschaft für die Musik und ihre Botschaft an das Publikum weiter. So gelang es Nadine Balbeisi in der Arie „Laudamus te“, die Stimmung wieder komplett zu wandeln und die melancholische Seite der Komposition Kleebs aufzuzeigen.

Durch das Spiel mit Klängen, beispielsweise mit Echos, gelang es den Musikern immer wieder, Spannung aufzubauen. 
So fiel es dem Komponisten nicht schwer, alle zum Mitsingen des Hosiannas zu bewegen. Für die gelungene Vorstellung der „Missa Brasileira“ bedankten sich die circa 100 Zuschauer mit stehenden Ovationen.

von Luisa Göhler

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