Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Mestizo-Pop aus einem freundlichen Universum

Lechuga Mestizo-Pop aus einem freundlichen Universum

Das Universum ist freundlich - „Universo amable“, so heißt das neue Album des Marburger Mestizo-Ensembles „Lechuga“, dessen Release-Konzert am Freitagabend im KFZ gefeiert wurde.

Marburg. Die Halle war voll, das Publikum leidenschaftlich und tanzwütig. „Lechuga“ feuerte aus allen Batterien des Mestizo-Pop ein Potpourri aus treibenden lateinamerikanischen und afro-kubanischen Rhythmen mit eingängigen Melodien aus Ska, Reggae, Rock und Balkan-Musik.

Ein Hauch Barcelona, ein Gründungsort des Mestizo, war an diesem Abend in Marburg zu spüren: rebellisches Tempe­rament und kosmopolitischer Geist, Lebenslust und energiereicher Tanz, dazwischen die Sehnsucht und Melancholie der spanischen Texte.

Charakteristisch und eindringlich fetzten bei „Lechuga“ vor allem die stets wiederkehrenden Themen der Bläser-Front, bestehend aus Tobias May am Tenor-Saxophon, Martin Krah an der Posaune und Fritz Rossbach sowie Benjamin Frage an den Trompeten. Die gewaltige Stimme der achtköpfigen Band erhob sich mit dem Gesang von Julia Munz über das Instrumentarium, herausragend klar betont, ausdrucksstark und gefühlvoll eingesetzt. Den Rhythmus machte Mic Gies am Schlagzeug. Bei den neuen Liedern wurden Elemente aus dem Rock verstärkt eingesetzt, die Gitarren von Jonathan Hack und Thorsten Gaidzik (Bass) mehr gefordert.

Das Publikum war sichtlich vom Auftritt „Lechugas“ begeistert, nahezu ausnahmslos wurde getanzt.

Mitreißend und empathisch agierten die Musiker auf der Bühne; sie sorgten für gute Stimmung und pflegten die nahe Verbindung von Band und Zuschauern. Das hing sicherlich mit dem Heimvorteil der Marburger Truppe zusammen. Aber auch mit Aktionen wie der Bläser-Polonaise, die durch den Zuschauerraum führte, heizte „Lechuga“ das tanzende Publikum weiter an. Von besonderem Reiz war der Moment, als auf der Bühne das Licht ausging: Die Musiker hatten sich fluoreszierende Sterne auf die Shirts geklebt, und so glühten sie inmitten des Dunkels, während eine verträumte, aber auch rockige Ballade gespielt wurde - ein Symbol für den Albumtitel „Universo Amable“.

Mitte 2005 gründete sich die achtköpfige Band in Marburg. 2007 gewann sie den Publikumspreis beim renommierten Creole-Preis für Weltmusik, seitdem spielten sie in ganz Deutschland, dazu kamen einige Auftritte im Ausland. Schon 2009 wurde das Release ihres ersten Albums „Mirar otra vez“ im damals ausverkauften KFZ gefeiert - am Freitagabend setzte sich diese Tradition mit dem zweiten Album „Universo amable“ und einer großen Party fort.

von Ben Wangler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr