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„Menschliche“ Elektronik im künstlerischen Dialog

Ausstellung „Menschliche“ Elektronik im künstlerischen Dialog

Außergewöhnliche Kunst von Edgar Zieser und Ursula Eske ist derzeit im Atelier „Zwischen den Häusern“ zu sehen. Zieser greift bei seinen Exponaten den ewigen Kreislauf der technischen Entwicklung auf: Veraltetes wird durch Neues ersetzt.

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Edgar Zieser und Ursula Eske stellen gemeinsam im Atelier Zwischen den Häusern aus. Foto: Dieter Haber

Marburg. Die Straße Zwischenhausen, in der sich das Atelier befindet und wo zurzeit Sanierungsarbeiten am Stromnetz vorgenommen werden, ist ein wundersamer Zufall. Denn gerade bei solchen Arbeiten entstehen technische Abfälle wie Elektro-Isolatoren. Eben diese begann Zieser vor 30 Jahren zu sammeln und aus ihnen Kunst zu schaffen. Es ist aber keineswegs der Fall, dass Zieser die Isolatoren schlichtweg als museale Industrieartefakte präsentiert, sondern er macht sich die Gestalt der Gegenstände zunutze. „Die Form von Isolatoren ist zumeist den Umrissen des menschlichen Körpers ziemlich ähnlich. Dementsprechend habe ich versucht, Konstellationen zu schaffen, in denen die einzelnen Objekte miteinander kommunizieren und so vor den Augen des Betrachters in den Dialog treten“, erklärt der 61-Jährige. So werden Isolatoren zu Kommunikatoren der Kunst.

Auch Ursula Eske nimmt sich den Verlierern der technischen Evolution auf eindrucksvolle Weise an. „Licht, Schatten und Bewegung faszinieren mich und sind oft Teile meiner Rauminstallationen“, sagt die Künstlerin. Zwei dieser Elemente kann man beim Highlight der Ausstellung beobachten: Das Kellergewölbe des Ateliers, in dem die Installation „Ballung“ zu sehen ist, ist in Schwarzlicht getaucht. Mit diesem Werk schafft es Eske, eine fast hypnotische Wirkung beim Betrachter zu erreichen. Im ersten Moment fühlt man sich an Glühwürmchen erinnert, die sich wie in Trance über den Nachtboden bewegen. In Wirklichkeit sind es 88 Bleilote.

n Zur 13. Marburger „Nacht der Kunst“ am Freitag ab 18 Uhr präsentiert Ursula Eske ein „Forum für Stimme und Klang“ mit Straßenmusikern. Interessenten können sich bis Donnerstag melden: 0173/3685981; E-Mail: info@atelier-zh.de

von Benjamin Kaiser

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