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Mensch und Natur werden zu Kunst

Ausstellung von Susanne Dilger Mensch und Natur werden zu Kunst

„Bantu“ heißt die viel­fältige Ausstellung 
mit Kunstwerken von ­Susanne Dilger, die derzeit im TTZ zu bewundern ist. Am Dienstagabend war Vernissage.

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Der Kokon als Schutzraum: Die Künstlerin Susanne Dilger steht vor ihrem Kunstwerk mit dem Titel „Kokons“.

Quelle: Bettina Preussner

Marburg. Der Titel der Schau bezieht sich auf ein gleichnamiges Gedicht von Susanne Dilger, das zugleich auch als großes Kunstwerk zu sehen ist. Es erzählt die Geschichte zweier Menschen, die in einem Containerschiff fliehen, aber nur einer von beiden kommt durch, der andere schafft es nicht.

Existenzielle Themen des Menschseins stehen im Mittelpunkt der Arbeiten von Susanne Dilger. Es geht um Liebe und Tod, um die Beziehung zwischen Mensch und Natur und um die Grenzen zwischen den Geschlechtern.

Die Ausdrucksformen, die die Marburger Künstlerin wählt, sind äußerst vielfältig: Da gibt es Fotos, Texte, Collagen, Leuchtkästen und Objekte. Sie verwendet ganz unterschiedliche Materialien: Von Wolle über Papier bis hin zu Paketschnur und Latex ist alles dabei. Nicht selten sind die Kunstwerke geheimnisvoll und rätselhaft und laden den Betrachter zum längeren Verweilen und Nachdenken ein.

In ihrer Einführung zur ­Ausstellung nahm Dr. Birgit Klein Bezug auf den Untertitel der Schau: Menschen und Räume. „Der Mensch steht für ­Susanne Dilger an erster Stelle“, betonte sie. Dilger zeigt Menschen aus vielen Kulturkreisen, verschiedenen Altersgruppen und in ganz verschiedenen ­Räumen: Im Freiraum der ­Natur, im Schutzraum des Kokons und in die Erde gebettet in der Haltung eines Embryos.

„Manchmal muss ich etwas völlig Sinnfreies machen“

Die Textbilder, die die Künstlerin geschaffen hat, erinnerten an die Fluxus-Kunst der 1960er-Jahre, erklärte Klein weiter. Auch Josef Beuys gehörte dazu. Die Künstler dieser Bewegung wollten die Übergänge zwischen Kunst und Leben verwischen. Emmett Williams, ein weiterer Vertreter des Fluxus, ging sogar so weit zu sagen, dass das Leben ein Kunstwerk sei.

Zu ihrer Arbeitsweise erklärte Dilger: „Manchmal muss ich etwas völlig Sinnfreies machen. Daraus entsteht etwas Sinnreiches, etwas, das auch für den Betrachter Neues eröffnet.“ Für die Besucher gibt es in der Schau „Bantu“ tatsächlich viel zu entdecken. Da sind Fotos mit dem Titel „Triptychon“, die an Francis Bacon erinnern und Dilgers kleine Tochter zeigen.

Da ist das Kunstwerk „Kokons“, das aus den verschiedensten Materialien geschaffen wurde. Und da sind die witzigen Porträts von Männern in Frauenkleidern, die in den beigefügten Stellungnahmen erklären, wie sie sich in den ungewöhnlichen Kleidern fühlen.

Susanne Dilger wurde 1968 im Ruhrgebiet geboren. Sie studierte Heilpädagogik und Kunsttherapie in Köln sowie Grafik, Malerei und Kunstgeschichte in Marburg. Seit 2004 ist sie freiberufliche Künstlerin und Dozentin in der Kunstwerkstatt Marburg. Sie lebt und arbeitet in Marburg.

  • Die Schau ist noch bis zum 7. Oktober geöffnet und zu folgenden Zeiten zu sehen: werktags 8 bis 18 Uhr (TTZ, Softwarecenter 3).

von Bettina Preussner

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