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Max Bruchs „Moses“ fordert Sänger heraus

Kurhessische Kantorei Max Bruchs „Moses“ fordert Sänger heraus

Seit dem vergangenen Spätsommer probt die Kurhessische Kantorei Max Bruchs Oratorium „Moses“. Am Samstag wird es um 18 Uhr in der Pfarrkirche zum ersten mal in Marburg aufgeführt.

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Helmut Hering (von oben links im Uhrzeigersinn), Daniel von Stackelberg, Virginia Geisel und Kerstin Droß-Krüpe äußern sich zu Oratorium „Moses“.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Max Bruchs „Moses“ ist selbst Musikfreunden nahezu unbekannt. 1895 uraufgeführt verschwand das Oratorium ziemlich schnell in der Versenkung.

Ein Grund könnte der aufkommende Antisemitismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts gewesen sein, vermutet Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum. Ein anderer ist die Komplexität des Werkes, das hohe Anforderungen an Chor, Solisten und Musiker stellt.

Maibaum wagt sich mit seiner Kurhessischen Kantorei gleichwohl an Bruchs „Moses“. Es sei richtig gute Musik, sagte er der OP. Mit seinem großen, ambitionierten Chor führt er das Werk am Samstag erstmals in Marburg auf.

Begleitet wird der Chor von den Frankfurter Sinfonikern, mit denen Maibaum bei großen Oratorien regelmäßig zusammenarbeitet. Solisten sind die Sopranistin Simone Schwark, die die Stimme der Engel und damit die Stimme Gottes übernimmt, der Tenor Michael Siemon, der Moses‘ Bruder Aaron seine Stimme leiht, und Bass Jens Hamann, der als Moses zu hören ist. Die Leitung hat Uwe Maibaum.

Vier Mitglieder der Kurhessischen Kantorei haben der OP ihre ganz persönlichen Eindrücke von den aufwendigen Proben und dem spätromantischen Oratorium übermittelt:

 

Helmut Hering:

Max Bruchs Oratorium ist hinreißende Musik. Packende Dramatik, phantastische Harmonien und große Bögen. Wir Sänger sind herausgefordert zu Kraft und Konzentration. Dafür fühle ich mich lustvoll belohnt von diesen hochemotionalen, tief romantischen Klängen. Die Wucht und Innigkeit dieser Musik berührt sicher auch die Zuhörer.

 

Kerstin Droß-Krüpe:

Eigentlich ist die Romantik nicht gerade meine favorisierte musikalische Epoche. Max Bruchs „Moses“ hat mich dennoch gepackt – ein Stück voller Üppigkeit und Dramatik, dann wieder mit engelsgleichen Klängen voller Sehnsucht. Es kostet Kraft, es fordert mich – und belohnt mit großartiger, mitreißender Musik.

 

Daniel von Stackelberg:

Das Stück muss man sich anhören, weil es bombastisch ist wie ein Hollywood-Schinken. Ganz großes Kino – für die Ohren und das innere Miterleben. Es packt mich schon beim Singen und so wird es den Zuhörern wohl auch gehen. Das Orchester kommt mit tollen Instrumenten. Und Solisten und Chor müssen sich richtig ins Zeug legen.

 

Virginia Geisel:

„Moses“ ist überraschend bildhaft und dramatisch, wie eine Oper. Hier erzählt die Musik eine ganze Geschichte. Herausfordernd finde ich, wie viel Energie das Stück von uns Sängern verlangt. Ich freue mich auf den Moment, wenn unser Gesang das erste Mal auf das Orchester trifft. Das ist oft erst einmal schwierig – und dann sehr schön.

 
  • Für die Aufführung gibt es noch wenige Karten im Vorverkauf bei der Marburg-Tourismus am Pilgrimstein 26 und eventuell an der Abendkasse.

von Uwe Badouin

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