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Massen strömen ins Unimuseum

Kunsttage Marburg-Biedenkopf Massen strömen ins Unimuseum

So voll sind Ausstellungseröffnungen selten. Mehr als 650 Besucher drängten am Sonntag ins Kunstmuseum Marburg, wo unter dem Motto „hinWeis(s)“ 183 Werke von 92 Künstlern aus der Region zu sehen sind. Zeitweise gab es kaum ein Durchkommen.

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Dichtes Gedränge herrschte bei der Eröffnung der Kunsttage des Landkreises im Kunstmuseum, die von Landrat Robert Fischbach (kleines Bild) eröffnet wurde.
Fotos: Nadja Schwarzwäller

Marburg. Dicht an dicht drängten sich am Sonntag Kunstinteressierte im kürzlich in Kunstmuseum Marburg umbenannten Universitätsmuseum in der Biegenstraße. „Dass wir das Kunstmuseum Marburg einmal nutzen dürfen, daran hat niemand im Traum gedacht“, sagte Landrat Robert Fischbach bei der Eröffnung.

Viele der Besucher kamen - wie gewünscht - in weißer Kleidung und bildeten damit ein eigenes Kunstwerk. Mitten in der Eröffnungsrede schwebte der Marburger Künstler Bruno Paoletti mit einem weißen Moskitonetz umhüllt durch das Publikum. Das passte zu den Temperaturen, denn im vollgestopften Ausstellungssaal hatte sich schnell eine tropische Hitze entwickelt.

„Willkommen im offenen, geschlossenen Museum“, rief Museumsdirektor Dr. Christoph Otterbeck den Besuchern zu. Nach der Außensanierung, die gerade läuft, soll unmittelbar nach Ende der Kunsttage die Innensanierung folgen. Dafür wurde vor sechs Wochen die Spendeninitiative „Kunst braucht Raum“ ins Leben gerufen.

„Ich bin glücklich, dass das Haus so voll ist“, freute sich Otterbeck. „Durch die Kunsttage im Kunstmuseum wird erneut die gute Kooperation zwischen der Universität, der Stadt und dem Landkreis deutlich“, betonte die Künstlerin Waltraud Mechsner-Spannenberg und bedankte sich damit bei der Philipps-Universität Marburg.

Die Werke der Ausstellung „hinWeis(s)“ wurden nach drei Kategorien von einer Jury ausgewählt. Es gibt Werke in Weiß. Andere Werke zeigen einen Farbverlauf zum Weiß. Unter der dritten Kategorie sind Werke zu finden, die einen Hinweis beinhalten. So auch das „(Karten)Haus des Lebens“ von Ingolf Anschütz: 43 Bierdeckel sind beidseitig mit verschiedenen Motiven und Zeitungsausschnitten beklebt und sollen von den Besuchern zu einem Kartenhaus aufgebaut werden, so der Künstler.

Sehr interessant wirkt Bernd-R. Weckends „Weißheit“. „Das Bild trocknet seit Februar“, erzählt der Künstler aus Altenvers. Zu seinem letzten Geburtstag hatte er sich Pigmente gewünscht. Mit allen 20 Pigmenten sei er auf das Bild gegangen, habe sie mit Salatöl gemischt und drei Wochen gewartet. So entstanden viele bunte Ringe, die er anschließend mit weißem Acryl überfärbte. „Manche interpretieren es als Gehirn“, so Weckends.

Johanna Krämer zeigt indes mit ihrem „Eine Träne an der Wange der Zeit“ einen Hinweis auf das indische Weltkulturerbe Taj Mahal. Weiß umrahmt und mit Intarsien, mit Edelsteinen verzierte Blütenblätter, am Rand geschmückt, leuchtet das Liebesbauwerk aus dem 17. Jahrhundert vor Farbenpracht.

Das Schwierige an Arbeiten mit Weiß sei, das Helle reinzukriegen ohne die Kontur zu verlieren, berichtet Alfred Junker. Er hat Marmorblöcke in Südtirol fotografiert. Bereits zum vierten Mal ist er bei den Kunsttagen beteiligt: „Es ist eine tolle Sache vom Landkreis.“ Die Gemeinschaftsausstellung sei ein gutes Forum für die Künstler, die sich noch keine eigene Ausstellung zugetraut hätten.

Auch die Besucher werden an der Ausstellung beteiligt: Als Novum wird dieses Jahr neben einem Jurypreis ein Publikumspreis verliehen, der mit 500 Euro dotiert ist.

Die Ausstellung ist bis zum 31. August täglich von 12 bis 20 Uhr im Kunstmuseum in der Biegenstraße zu sehen. Der Eintritt ist frei.

von Mareike Bader

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