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Marburger gewinnt B-Boy-Battle

Ants in the pants im KFZ Marburger gewinnt B-Boy-Battle

30 B-Boys und auch B-Girls stellten sich am Samstag im KFZ drei Juroren. Die besten acht tanzten im K.O.-System gegeneinander - am Ende gewann der Marburger Student Christian „Icey“ Eisenburger.

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Ungeheuer dynamisch und sehr artistisch sind viele Bewegungen der Breakdancer. Im KFZ traten am Samstag 30 Tänzerinnen und Tänzer an. Sie nennen sich B-Girls und B-Boys, ihre Wettkämpfe nennen sie Battles.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Nach kurzem Eingrooven geht es los. Zu den funkigen Hip-Hop-Beats lässt „Icey“ seine Füße über den Boden flitzen, wirbelt dann über den Boden und beendet seine Show mit einer artistischen Standhaltung - einem Freeze. Sein Gegner im Halbfinale nennt sich „Lons“ und ist ein hartes Los. Wie ein Duracell-Häschen flitzt er im Kreis herum. Seine Hose hat er in die Socken gesteckt - so sieht man die Beinarbeit besser. Aber die geschmeidigen Bewegungen von „Icey“ kommen bei der Jury einfach besser an.

HipHop im KFZ Marburg, 26.April 2014

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Der am Ende Zweitplatzierte Sunha „Sunz“ Hwang aus Dortmund muss in seinem Halbfinale sogar eine Entscheidungsrunde tanzen, weil sich die Juroren nach dem Battle nicht zwischen ihm und seinem Gegner „Skillkid“ entscheiden können.

Vor den Battles, wie Breakdancer ihre Wettkämpfe nennen, in denen zwei Tänzer im K.O.-System gegeneinander tanzen, steht aber das Tanzen in den „Circles“. Moderator Novin Rad ruft in alter Tradition auf Kreise zu bilden, in denen die Tänzer ihr Können unter Beweis stellen. Was hier gezeigt wird verspricht schon eine heiße Endrunde. Es wird gewirbelt und gedreht, ein Tänzer folgt dem nächsten. Es gibt einige eindrucksvolle Styles, also Bewegungen, zu sehen- etwa wenn sich ein Tänzer im einhändigen Handstand zu Boden sinken lässt. Lons Beine fliegen bei seiner „Headspin“, bei dem er sich auf dem Kopf dreht, so schnell, dass die nahestehenden Feiernden gerade so noch ausweichen können. Nach der Pause bleibt das Publikum für die Endrunde lieber sitzen. So können sich die Tänzer besser ausruhen und man sieht die Battles besser.

Unter den vielen Jungs tanzen auch ein paar B-Girls, wie Simona „C-Mona“ Genova. Die 23-jährige hat erst vor vier Jahren angefangen zu breaken, als sie aus Bulgarien nach Deutschland kam, erzählt sie im Gespräch. Die leidenschaftliche Tänzerin habe im Jugendclub ein paar Jungs kennengelernt, die ihr dann die Moves beigebracht hätten. „Es ist anstrengend, macht aber Spaß“, lächelt sie etwas erschöpft kurz nachdem sie von der Tanzfläche kommt. In Erlangen habe sie auch „Icey“, den Gewinner, kennengelernt, der für „Ants In Your Pants“ noch ein paar andere Leute aus seiner Heimat eingeladen hat.

Der 27-Jährige tanzt seit 14 Jahren. Breakdancen verbinde, sagt er. Das spürt man auch auf der Tanzfläche, wo sich Tänzer ganz fair ihren Platz lassen und in Kontakt kommen. Der Tanz führt auch zu neuen Freundschaften, wie zum 25-jährigen Russen Nikita, den „Icey“ am Tag zuvor in Frankfurt kennengelernt hat und spontan mit nach Marburg eingeladen hat.

Neben Tänzern aus Frankfurt, Köln, Offenbach, Stuttgart oder Zagreb finden sich auch ein paar heimische B-Boys im KFZ, wie Kevin-Ali „Anaconda“ Yando. Der 28-Jährige hat mit sechs Jahren angefangen zu tanzen. „Früher wars entweder Fußball oder Basketball. Aber Breakdance war eben das, was ich wollte“, erzählt er im Gespräch. Sonst sei er viel in Frankfurt unterwegs, „aber wenn das hier schon mal angeboten wird“, sei er natürlich dabei. Er wurde erst durch den Vorbericht in der OP darauf aufmerksam und hat sich dann spontan angemeldet.

Kurz vor Mitternacht ist das Battle beendet, aber nur für wenige endet hier schon der Abend. Die bundesweit bekannten DJs lassen noch weiter ihre Platten drehen und es wird weitergetanzt.

von Mareike Bader

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