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Marburger Schlossfestspiele präsentieren England

Opern und Konzerte Marburger Schlossfestspiele präsentieren England

Der Verein musica europa veranstaltet vom 18. bis 27. Juli die dritten Marburger Schlossfestspiele. In diesem Jahr steht England im Mittelpunkt. Geplant sind 17 Opernaufführungen und Konzerte.

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Die beiden Regisseurinnen Enke Eisenberg (oben links) und Kerstin Weiß organisieren die Marburger Schlossfestspiele. Für ihre Kinderopern haben sie das Schlossgespenst Elbeth (hier: Jana Degebrodt, linkes Bild) erfunden.Fotos: Uwe Badouin / Enke Eisenberg

Marburg. „Wir sind sehr froh. Alle haben uns gesagt: Das wird nichts. Und jetzt kommen die dritten Marburger Schlossfestspiele“, sagt die Opernregisseurin Kerstin Weiß, die gemeinsam mit der Regisseurin Enke Eisenberg den Verein musica europa ins Leben gerufen hat. Vom 18. bis 27. Juli präsentieren sie im Marburger Landgrafenschloss ihre dritten Opern- und Musikfestspiele.

Die Marburgerin Kerstin Weiß und die freischaffende Regisseurin Enke Eisenberg blieben hartnäckig. Es hat sich gelohnt: Eine Studie im vergangenen Jahr belegt neben äußerst positiven Rückmeldungen über die künstlerische Leistung auch den touristischen Aspekt der Marburger Schlossfestspiele. Das schlägt sich auch in der Beurteilung durch die Stadt Marburg nieder: Stellte sie im ersten Jahr noch 10000 Euro zur Verfügung, so stieg der Zuschuss in diesem Jahr auf 30000 Euro. Das ist immer noch nicht viel angesichts der 45 Musiker, Solisten und Mitarbeiter, die im Fürstensaal Opern auf die Bühne bringen. Ohne Sponsoren, weiß Kerstin Weiß, wären die Schlossfestspiele nicht zu stemmen.

Jedes Jahr rücken Weiß und Eisenberg ein anderes europäisches Land ins Zentrum: Nach Slowenien 2012 und Spanien 2013 haben sie für dieses Jahr England ausgewählt.

Im Zentrum der Schlossfestspiele steht Henry Purcells berühmte Barockoper „Dido and Aeneas“, die vermutlich 1688 erstmals aufgeführt wurde. Premiere hat die Oper am 18. Juli um 20 Uhr im Fürstensaal. Ein Barockensemble, bestehend aus einem Streichquartett und Cembalo, wird auf historischen Instrumenten sieben Opernsängerinnen und -sänger und einen Kammerchor aus Marburg begleiten. Regie führt Enke Eisenberg, die musikalische Leitung hat André Hammerschmied.

Purcell-Oper passt perfekt in den Fürstensaal

„Diese Oper passt perfekt in den Fürstensaal, sie wurde für solche Räume geschrieben“, sagt die Regisseurin. Purcells Oper sei deshalb so bedeutend in der Musikgeschichte, weil sie erstmals von den Traditionen der Opera seria abweiche, sowohl den Arien als auch dem Chor einen besonderen Stellenwert zuweise.

Das zweite große „Standbein“ der Marburger Schlossfestspiele sind die Kinderopern rund um das Marburger Schlossgespenst Elsbeth: Diesmal bekommt Elsbeth Besuch von dem Geist von Canterville, den der englische Schriftsteller Oscar Wilde erfunden hat. Der englische Geist landet aus Versehen im Gepäck eines Touristen in Marburg. Elsbeth soll ihm helfen, nach England zurückzukehren, damit er Ruhe finden kann.

Den Text verfassen Enke Eisenberg und Kerstin Weiß, die auch Regie führen wird. Die Komposition wird jedesmal in Auftrag gegeben. Die Musik für „Das Schlossgespenst und der Geist von Canterville“ schreibt der junge englische Komponist Danyal Dhondy, der für Film, Theater und Oper arbeitet. Die Uraufführung der Kinderoper ist am 19. Juli um 15 Uhr. Maximal 30 Besucher können die etwa einstündige Kinderoper sehen, die elfmal aufgeführt wird und als mobile Produktion den „Kleinen Rittersaal“ und die Nord-Kasematte bespielt. Die Hauptrollen singen die Mezzosopranistin Annette Pfeifer und der Tenor Alec Otto. Begleitet werden sie auf ihrem Zug durch das Schloss von dem Klarinettisten Ako Karim als Uhu Philipp. Horst Lohr, bekannt als Zauberer Juno, und sein Bruder Ulrich Lohr sollen die kleinen Zuschauer als „Dr. Ohrwurm“ verzaubern.

Abgerundet werden die Marburger Schlossfestspiele durch ein Downland-Konzert am 19. Juli, das der Verein musica europa gemeinsam mit den Marburger Schlosskonzerten veranstaltet: Unter dem Titel „come heavy sleep“ haben die Sopranistin Sarah Maria Sun und Friedemann Wuttke ein Programm mit Liedern, Tänzen und Briefen Dowlands zusammengestellt. Eingebettet sind die „Folg Sing Arrangements für high Voice and guitar“ von Benjamin Britten.

Geprobt wird ab Juni wieder in Amönau, wo die Mutter von Kerstin Weiß ihre Galerie im Jägerhof als Unterkunft und die Gemeinde das Bürgerhaus als Probenraum bereitstellt.

Und auch das Thema für die vierten Schlossfestspiele steht auch schon fest: Norwegen.

Der Vorverkauf für die Marburger Schlossfestspiele hat begonnen. Karten gibt es im Internet bei adticket.de und bei der Tourist-Info am Pilgrimstein, Telefon 06421/991215.

von Uwe Badouin

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