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Marburger Musiker helfen Jazzinitiative

Soli-Konzert Marburger Musiker helfen Jazzinitiative

Jazz ist heute ein Nischenprodukt in der Musikszene. Entsprechend schwer ist es für die Jazzinitiative Marburg (JIM), ihr Programm zu finanzieren. Am Wochenende halfen Marburger Musiker mit einer Soli-Party.

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Sängerin Fidi Smith (von links), Saxofonist Christian Zerban und der Organisator der Party, Jens Dörr, spielten mit ihren „Motherfunk Allstars“ für die JIM.Foto: Jouka Röhm

Marburg. Jazz, Funk und Soul vom Allerfeinsten bekamen Musikfans bei der ,,Chump Change Party 4“-Solidaritäts-Veranstaltung für die Jazzinitiave Marburg (JIM) auf die Ohren. Die „Motherfunk Allstars“, hochkarätig besetzt mit den heimischen Jazz-Größen, hatten sich am Samstagabend zusammengefunden, um für ,,ihre“ Jazzinitiative eine Benefizparty im Café Trauma zu schmeißen.

,,Wir freuen uns, dass die Musiker sich mal wieder zusammengetan haben, um der Jazzinitiative etwas Gutes zu tun“, eröffnete JIM-Vorstandsmitglied Carsten Degner die erste Soliparty seit 2011, die vierte seit 2005. Das Ziel: Nicht nur ,,chump change“ (zu deutsch: Taschengeld), sondern auch den ein oder anderen größeren Schein für die JIM zu sammeln. Die JIM bietet den Musikern seit vielen Jahren die Räumlichkeiten der Marburger Jazzkneipe Cavete zum Proben, um Workshops abzuhalten und nicht zuletzt, um Konzerte zu spielen. ,,Für die Musiker ist diese Soliparty die Möglichkeit, etwas davon an die JIM zurückzugeben“, weiß Degner das Engagement der Musiker um Bassist und Organisator Jens Dörr zu schätzen. Zusammen mit Christian Schiller (Gitarre), Olaf Roth (Keyboards), Daniel Schild (Schlagzeug) und Christian Zerban (Gesang, Saxofon) bildet der gebürtige Marburger und inzwischen in Frankfurt lebende Musiker das Gerüst der „Motherfunk Allstars!. Unterstützung gab es zudem kurzfristig noch durch die Sängerin Fidi Smith und den Posaunisten Matthias Ungerer, da die Bläser Sven Grau und Sängerin Katrin Handstein passen mussten.

,,Es ist für uns einfach eine Herzensangelegenheit hier zu spielen. Zum einen, weil die JIM eben nicht viel Geld hat und wir ihr auf diese Art helfen können. Zum anderen, weil man viele alte Bekannte wiedertrifft und einfach zusammen eine Party feiert“, betonte Dörr.

Ihm und seinen Mitstreitern ist der Spaß auf der Bühne deutlich anzumerken. Mit dem Jazz-Arrangement von Richard Strauss‘ ,,Also sprach Zarathustra“ bot die zehnköpfige Band einen hymnischen Beginn. Es folgten Stücke von Aretha Franklin (,,Respect“, ,,Rock steady“), dazu Soul- und Funk-Stücke von Stevie Wonder (,,I wish“, ,,Master Blaster“) und sogar ein Titel von Chaka Khan: ,,Once you get started“.

Spätestens bei ,,Shake everything you‘ve got“ von Marceo Parker fing das zunächst noch spärliche, aber bunt gemischte Publikum an, sich zu dem präzisen Sound zu bewegen. Tanzpausen gab es nur zum Applaudieren der Musiker, die immer solistisch wieder ihre Virtuosität bewiesen, wie Andreas Jamin an der Tenorposaune.

Auch die Frontleute Zerban, Smith und Erik Kerber harmonierten miteinander, boten dazu immer wieder glänzenden Sologesang und animierten das Publikum.

Nach dem Auftritt der Allstars legte DJ Teofilo Talamonti Dancefloor-Jazz auf. ,,Auch im gebührt ein Dank, dass er so kurzfristig eingesprungen ist“, freute sich Degner über so viel Solidarität für die JIM.

Die zeigten die Marburger Jazzgrößen allemal. Da wäre es wohl auch nicht so schlimm, wenn der Name der Party Programm sein sollte: ,,Wir sind froh, wenn etwas für uns übrig bleibt“, sagt Degner, denn für ihn und die JIM steht eben immer die Musik im Vordergrund.

von Jouka Röhm

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