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Menschenbilder
irritieren den Betrachter

Künstlerin Kathrin Brömse Menschenbilder
irritieren den Betrachter

Sie sind faszinierend 
und verstörend zugleich, die Bilder von Kathrin Brömse. Jetzt kann man sie in der Lorraine Ogilvie Gallery bewundern.

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Kathrin Brömse steht in der Lorraine Ogilvie Gallery vor einem ihrer großformatigen Bilder von Menschen.

Quelle: Bettina Preussner

Marburg. Alle Arbeiten von Kathrin Brömse zeigen Menschen. Sie ziehen die Blicke auf sich, weil sie so besonders sind. Und sie wirken irritierend und beunruhigend, lassen sich nicht so leicht einordnen. Da sind Gesichter, die wie krank aussehen, Figuren, die etwas Versehrtes, Verletzliches, fast Verrücktes an sich haben: Zwei Kinder mit verwischten Augen, ein Mann mit Kopfverband, ein Typ mit einem Strick um den Hals. Aber es sind auch witzige Bilder dabei. Vor allem die kleinen Zeichnungen haben oft etwas Humorvolles: Drei Jungs, die verträumt mit Kaffee gurgeln, Kinder, die Blasen in die Luft pusten, ein Mann, der ein Pferd schleppt.

Kathrin Brömses Malereien und Zeichnungen fordern den Betrachter heraus. „Ich habe mir natürlich Gedanken gemacht zu meinen Bildern“, sagt die Marburger Künstlerin. „Malen ist eine Art zu denken. Es entzieht sich der Sprache. Deshalb haben meine Arbeiten auch selten Titel.“ Und weiter erklärt sie: „Ich will, dass die Betrachter sich selber etwas dazu denken. Mit allem, was sie sich denken, haben sie Recht.“

Skizzenblock ist immer dabei

Bei der gut besuchten Vernissage am Freitagabend begrüßte Galerist Dr. Michael Herrmann die Gäste und gab eine kurze Einführung. „Die Bilder haben etwas Ernsthaftes, sie bringen einen zum Zögern“, betonte er. Dabei seien viele Deutungen möglich und auch gewollt. Wo die Künstlerin eine Figur mit Hasenohren sehe, könne er nur einen Kopfverband erkennen, so Herrmann weiter. Und die ­beiden Krankenschwestern mit Kapuze und Gummihandschuhen ließen ihn an einen nuklearen Unfall denken. ­„Kathrin Brömse hat eine ganz eigene Bildwelt geschaffen“, erklärte er.

Zu ihren Themen und ihrer Arbeitsweise sagte die Künstlerin selbst: „Ich habe meinen Skizzenblock überall dabei. Da entstehen meine Zeichnungen.“ Manchmal male sie auch nach Fotos aus Zeitschriften oder lasse sich von Bildern im Internet inspirieren.

Kathrin Brömse wurde 1970 in Göttingen geboren. Sie studierte bildende Kunst an der Freien Kunstschule Hamburg und Vor- und Frühgeschichte an der Philipps-Universität in Marburg. Brömse absolvierte eine Tischlerlehre und studierte dann Malerei sowie Pädagogik und Psychologie in Marburg. In Marburg betreibt sie jetzt ein Grafikbüro, die „Satzzentrale“. „Das ist mein Brotberuf, von der Kunst allein kann man nicht leben“, erläuterte sie.

Die Künstlerin hat ihre Werke schon in vielen Ausstellungen präsentiert, unter anderem in Kassel, Regensburg, Weilburg, Wetzlar und Gießen.

  • In Marburg sind sie jetzt in der Lorraine Ogilvie Gallery zu folgenden Zeiten zu sehen: Dienstag bis Freitag 16 bis 19 Uhr, Samstag 11 bis 13 Uhr und nach Vereinbarung (Ketzerbach 31).

von Bettina Preussner

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