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Künstler wollen ein Zeichen setzen

Konzert Künstler wollen ein Zeichen setzen

Mit einer Ausstellung am 8. September und einem großen Konzert am 
9. September im Bürgerhaus Kirchhain wollen fünf Musikensembles und 35 Künstler für Respekt werben. Es ist ein ungewöhnliches Projekt, das der heimische Rockmusiker Werner Eismann angestoßen hat. So etwas wie Band Aid im lokalen Maßstab.

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im Cineplex gezeigt

Auftreten werden unter andererm Softeis mit Michael Sagmeister und Antonella D‘Orio.

Quelle: Veranstalter

Marburg. „Mich hat das alles aufgeregt. Der Krieg in Syrien, der IS-Terror, Trump in den USA, Erdogan in der Türkei“, sagte der Rockmusiker, der als Teil der lokalen Rockgrößen „Softeis“ und „Purple“ Menschen allen Alters seit vielen Jahrzehnten mit Hard-Rock und seit einigen Jahren auch mit seinen großformatigen, aufwendigen Fotos begeistert. Angesichts der vielen Probleme in der Welt, der Zerstörung der Natur, dem Terror, der Aggressionen gegen Flüchtlinge stellte er fest: „Ich kann nicht mehr unpolitisch Musik machen“, sagte er im Gespräch mit der OP.

Er hatte die Idee zu einem Konzert: „Respect – MR-Musicians break the Silence“ – Marburger Musiker brechen das Schweigen. Und er hat Mitstreiter gefunden, viele Mitstreiter.

Seine Band natürlich und der in Albshausen lebende Jazzstar Michael Sagmeister sowie die Sängerin Antonella D‘Orio sagten zu. Dann traf er den Marburger Lehrer Gerd Schiebl und überzeugte auch ihn, die Stimme für Respekt und Menschlichkeit zu erheben. Die beiden waren sich einig: „Die grundsätzlichen demokratischen Regeln gehen stillschweigend verloren.“

„Die Mitmenschlichkeit geht zunehmend verloren“

Gerd Schiebl ist gleich in drei Marburger Ensembles vertreten. Er leitet den Gewerkschafts­chor „Politöne“, der sofort zusagte, bei dem Konzert mitzumachen. Er ist als Cellist Teil des Trios „String Tango“ – neben Justus Noll (Klavier) und Diana Metzing (Geige). Und er spielt mit beim Marburger Kammerorchester. Das Orchester habe sich auch dafür entschieden: Es sei gut, wenn wir mitmachen, um ein Zeichen zu setzen, sei der Tenor gewesen.

Werner Eismann, Michael Sagmeister und Antonella D‘Orio haben zusammen auch einen Song geschrieben: „Break the Silence“ heißt er. Er wird am 9. September erstmals öffentlich gespielt. Zeit, ihn aufzunehmen, blieb leider nicht mehr, sagt Werner Eismann. Seine „Softeis“-Bandkollegen musste er nicht lange überzeugen. „Es geht um den Schutz unseres Planeten“, meint sein Zwillingsbruder Gerhard. „Die Mitmenschlichkeit geht zunehmend verloren.“

Eingestiegen bei dem Projekt sind auch der Marburger Hartmut Lange und der Marburger Friedensforscher Dr. Johannes M. Becker, die das Konzert moderieren werden.
In der anfangs bestuhlten Halle treten zuerst die ruhigeren Gruppen auf – der Chor „Poli­töne“, das Trio „String Tango“ und das Marburger Kammerorchester. Die Programme dauern etwa eine halbe Stunde. Danach wird die Bestuhlung geräumt und Softeis, Michael Sagmeister und Antonella D‘Orio entern gemeinsam die Bühne – das gemeinsame Konzert der Hard-Rocker mit den beiden Jazzmusikern ist eine Premiere.

Der Eintritt ist frei

Bereits am Freitag, 8. September, wird um 17 Uhr im Bürgerhaus Kirchhain eine Ausstellung mit Arbeiten von 35 Künstlern eröffnet. Sie wollen angesichts der Weltlage ebenfalls ein Zeichen setzen „für Freiheit und Menschlichkeit“ . Der Aufwand ist enorm. Die Werke sind nur am Freitagabend zu sehen – die Ausstellung wird also am Nachmittag aufgebaut und spät abends wieder abgebaut.

Die Schirmherrschaft für beide Veranstaltungen haben Landrätin Kirsten Fründt, Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies und Kirchhains Bürgermeister Olaf Hausmann übernommen.

  • Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei. Das Konzert am Samstag beginnt um 19 Uhr (Einlass 18 Uhr). Um eine Spende zur Deckung der Unkosten wird gebeten. Sollte Geld übrig bleiben, werde dies an eine gemeinnützige Organisation gespendet, teilten die Veranstalter mit.

von Uwe Badouin

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