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Marburger Kamerapreis geht erstmals an einen US-Amerikaner

Edward Lachman Marburger Kamerapreis geht erstmals an einen US-Amerikaner

Edward Lachman wird mit dem Marburger Kamerapreis 2015 ausgezeichnet. Er ist der 15. Preisträger und der erste US-Amerikaner. Der mit 5000 Euro dotierte Preis wird am 7. März 2015 verliehen.

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"And the winner is...": Als erster Amerikaner erhält Edward Lachman den Marburger Kamerapreis

Quelle: dpa

Marburg. Zum ersten Mal überhaupt in der Geschichte des Marburger Kamerapreises wird ein Kameramann aus den USA ausgezeichnet, aus dem Land, das mit seinem Kino, mit der Traumfabrik Hollywood die populäre Kultur des 20. und 21. Jahrhunderts maßgeblich geprägt hat und noch immer prägt: Edward Lachman, 1949 in Morristown, New Jersey, geboren, erhält den 15. Marburger Kamerapreis. Dies gaben am Freitag Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach und der Medienwissenschaftler Professor Dr. Malte Hagener als Vertreter der Philipps-Universität bekannt.

Die Liste der Filme, die Edward Lachman fotografiert hat, ist beachtlich: Der Blockbuster „Erin Brockovich“ mit Julia Roberts aus dem Jahr 2000 ist ebenso darunter wie das mit Hollywood-Stars wie Christian Bale, Richard Gere oder Heath Ledger gespickte Dob-Dylan-Biopic „I‘m not there“ (2007) oder Robert Altman‘s letzter Spielfilm „Robert Altman‘s Last Radio Show“ (2006). Daneben stehen klassische europäische Autorenfilme mit deutschen Regisseuren wie „Stroszek“ von Werner Herzog oder „Der amerikanische Freund“ von Wim Wenders aus den 1970er Jahren.

Lachman hat an 50 Spielfilmen mitgewirkt - als verantwortlicher Kameramann, als Co-Kameramann oder als Assistent renommierter Kameramänner wie Robby Müller. Er hat mit Weltstars vor und Regiestars hinter der Kamera gearbeitet - etwa mit den Regisseuren Dennis Hopper, Sofia Coppola, Steven Soderbergh, Todd Haynes und zuletzt mit dem österreichischen Regisseur Ulrich Seidl, dessen „Paradies“-Trilogie er gemeinsam mit Wolfgang Thaler ins Bild gesetzt hat. So schließt sich auch der Kreis zur Marburger Kamerapreis-Familie: Sowohl Müller als auch Thaler wurden bereits mit dem Marburger Kamerapreis geehrt.

Der amerikanische Kameramann Lachman wandele sicher als Grenzgänger zwischen dem europäischen Autorenfilm und Hollywood-Kino, zwischen Dokument und Fiktion sowie zwischen Fotografie und Film, betonte Professor Hagener. Die Jury-Begründung macht deutlich: „Wenn man den europäischen Film mit seinen Autoren und erkennbaren Handschriften und das US-amerikanische Kino mit seiner handwerklichen Präzision und kommerziellen Ansprüchen als zwei Pole eines Kontinuums betrachtet, so ist die Kameraarbeit von Edward Lachman die perfekte Brücke zwischen diesen beiden (vermeintlichen) Gegensätzen.“

Lachman hat bereits zahlreiche Preise erhalten: Er wurde für „The Virgin Suicides“ von Sofia Coppola mit dem Sierra Award for Best Cinematography ausgezeichnet und bekam für Todd Haynes’ Melodram „Dem Himmel so fern“ fast alle großen Kritikerpreise der USA und wurde 2003 für diesen Film für den Oscar nominiert.

Der 68-Jährige will in Marburg auch eine Foto-Ausstellung präsentieren mit Arbeiten von Filmsets. Diese Ausstellung war bisher in New York, Paris und Bologna zu sehen. Die Preisverleihung ist Höhepunkt der Bild-Kunst-Gespräche, die am 6. und 7. März in den Filmkunsttheatern am Steinweg stattfinden.

Gestiftet wird das Preisgeld von der Sparkasse Marburg-Biedenkopf und dem Kamerahersteller Arri.

von Uwe Badouin

Die Preisträger

2001: Raoul Coutard (Frankreich)

2002: Frank Griebe (Deutschland)

2003: Robby Müller (Niederlande)

2004: Sawomir Idziak (Polen)

2005: Walter Lassally (England)

2006: Judith Kaufmann (Deutschland / Österreich)

2007: Eduardo Serra (Portugal/Frankreich)

2008: Renato Berta (Schweiz)

2009: Wolfgang Thaler (Österreich)

2010: Jost Vacano (Deutschland)

2011: Anthony Dod Mantle (England/Dänemark)

2012: Agnès Godard (Frankreich)

2013: Reinhold Vorschneider (Deutschland)

2014: Pawel Edelmann (Polen)

2015: Edward Lachman (USA)

 
 
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Auszeichnung
Edward Lachman während der Dreharbeiten zum Film "Erin Brockovich".

Edward Lachman ist der erste US-Amerikaner, der den mit 5000 Euro dotierten Marburger Kamerapreis erhält.

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