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Als das Bürgertum das Reisen entdeckte

Marburger Haus der Romantik Als das Bürgertum das Reisen entdeckte

„Die Menschheit ist beweglich – schon immer“, sagt Sabine Harder, Kuratoriumsvorsitzende des Hauses der Romantik. Der Reiselust widmet sich eine Ausstellung.

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Professorin Marita Metz-Becker (links) und Sabine Harder präsentieren die Ausstellung über das Reisen.

Quelle: Mareike Bader

Marburg. Während im Mittelalter vorwiegend Kaufleute, Adlige oder Pilger reisten, wurde das Reisen durch das aufstrebende Bürgertum im 19. Jahrhundert moderner. „Die Wege werden kürzer und die Ziele interessanter“, führt Harder aus. „Reisen gehörte im Bürgertum auf jeden Fall zum guten Ton. Goethe hat da gut vorgelegt mit seiner Italien-Reise“, ergänzt Vorstandsvorsitzende Marita Metz-Becker.

Diesen kulturgeschichtlichen Umbruch beleuchtet die kleine Ausstellung „Wie sehn‘ ich mich hinaus in die freie Welt (Sophie Mereau) – Reisen um 1800“ im oberen Geschoss im Haus der Romantik, die am Donnerstag, 2. März, um 18 Uhr mit einem Vortrag der Kulturwissenschaftlerin Professorin Metz-Becker eröffnet wird.

„Wir stellen nicht nur das literarische Reisen dar, sondern es ist breiter gefächert“, beschreibt Metz-Becker die Ausstellung. So werden auch berufliche Reisen, Reisen von adligen Kavalieren, Gelehrten oder zu Bädern sowie die damaligen Amerika-Ausreisen thematisiert.

Infotafeln stammen aus Jena

Die Ausstellung ist eine Leihgabe des Romantikerhauses in Jena, mit dem das Marburger Haus der Romantik gut vernetzt ist. Diese wurde aufgrund der geringeren Räumlichkeiten in Marburg um etwa die Hälfte abgespeckt. In den Vitrinen sind eigene Exponate zu sehen, etwa Bücher aus dem 18. und 19. Jahrhundert oder privaten Leihgaben. Darunter sind Miniatur-Landkarten, ein Mini-Reise­schachspiel und Trinkbecher, die sich zusammenklappen lassen.

Die Informationstafeln aus Jena vermitteln viel Wissenswertes. Doch diese aufmerksam durchzulesen braucht viel Geduld und Zeit. Gerne hätten die Vereinsmitglieder des Hauses der Romantik die Tafeln in einem Katalog zusammengestellt, doch das sei finanziell nicht machbar, bedauert Metz-Becker. Begleitet wird die Ausstellung mit Vorträgen von Marita Metz-Becker und der Schwedin Gunilla Rising Hintz. Zur Finissage findet am 18. Juni im Garten des Forsthofes ein literarisches Frühstück statt.

  • Die Ausstellung ist bis zum 18. Juni im Haus der Romantik oberhalb des Marktplatzes zu sehen, Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 14 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag 11 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr.

von Mareike Bader

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