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Marburger Chöre bieten große Konzerte

Kurhessische Kantorei und Bachchor singen Marburger Chöre bieten große Konzerte

Wenn die Tage dunkler werden ist das in Marburg die Zeit der großen Chorkonzerte. Am 17. November singt die Kurhessische Kantorei in der Pfarrkirche, einen Tag später der Bachchor in der Elisabethkirche.

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Der Marburger Bachchor (oben) singt am 18. November in der Elisabethkirche. Einige Mitglieder der großen Kurhessischen Kantorei besuchten den Alten Friedhof am Barfüßertor, um sich auf ihr Konzert mit Brahms‘ Requiem einzustimmen.Privatfotos

Quelle: Steffen Hoentsch

Marburg. Es gibt nicht viele Städte in der Größe Marburgs, die eine derart lebendige Musikszene und so viele herausragende Chöre haben. Zwei der besten Marburger Chöre, die auch überregional großes Renommee genießen, geben am kommenden Wochenende in Marburg große Kirchenkonzerte.

Den Auftakt macht am Samstag, 17. November, um 19.30 Uhr die Kurhessische Kantorei mit einem prächtigen, ebenso schönen wie schweren Programm. „Traurigkeit und Trost“ lautet das Motto dieser „Winterreise mit Musik der Romantik“, die in der Lutherischen Pfarrkirche zu hören ist. Unter der Leitung von Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum führt der Chor Johannes Brahms‘ „Deutsches Requiem“ auf, als „Publikumshit“ vergleichbar mit Bachs „Weihnachtsoratorium“ und Händels „Messias“.

Neben dem Hauptwerk singt der Chor Robert Schumanns „Kyrie eleison“ aus der Missa sacra c-Moll Op. 147), Lieder aus Franz Schuberts „Winterreise“, das „Libera me“ von Anton Bruckner sowie Gustav Mahlers „Um Mitternacht“. Begleitet wird die Kurhessische Kantorei Marburg von den Frankfurter Sinfonikern, Solisten sind Christine Wolff (Sopran) und Tobias Scharfenberger (Bass).

Uwe Maibaum, Leiter der Kurhessischen Kantorei, die in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiert, ließ sich von der stiller werdenden Natur inspirieren: „Mit Musik der Romantik erleben wir eine emotionale Winterreise, die mit Schuberts Lied ‚Der Leierkastenmann‘ und Gustav Mahlers ‚Um Mitternacht‘ in tiefste menschliche Verzweiflung führt - aber hier nicht endet. Brahms‘ Requiem antwortet mit Wärme auf kalten Stillstand und Trauer, die viele Menschen in den dunklen Monaten befallen.“

Wichtig ist Maibaum und seinem Chor, wie trostreich die Bibelverse sind, die Brahms für sein Werk eigenhändig zusammengetragen hat. „Wir werden verwandelt werden und die Reise wird in ‚seinen Wohnungen‘ enden“, heißt es im Programmheft - der Satz ‚Wie lieblich sind deine Wohnungen‘ zählt zu den besonders anrührenden Chorstücken, die in den Zuhörern Hoffnung wecken.

Bachchor schwelgt im französischen Klangrausch

Am Sonntag, 18. November, steht um 20 Uhr in der Elisabethkirche das zweite große Chorkonzert des Wochenende auf dem Programm. Der Marburger Bachchor schwelgt unter der Leitung von Nicolo Sokoli im Klangrausch französischer Komponisten. Auf ihre Kosten kommen sollen Chor- und Orgelfans gleichermaßen. Chorleiter Sokoli verspricht ein Hörerlebnis, bei dem man sich - im positiven Sinne - „wie vom Bus überfahren“ fühlt.

Der Bachchor führt unter dem Titel „Messe solennelle“ zwei Orgelmessen der großen französischen Organisten Louis Vierne und Jean Langlais auf. Er wiederholt damit ein Konzert, das er im Oktober bei seiner großen Konzertreise in die diesjährige europäische Kulturhauptstadt Maribor gegeben hat.

Wie der Bachchor betont, dürfen die Zuhörer „gewaltige Orgelklangmassen, aber auch feinsinnigen französischen Esprit erwarten“. Den solistischen Orgelpart übernimmt Dan Zerfaß, Domkantor der katholischen Hauptkirche St. Peter in Worms.

Die Lebensläufe der Schöpfer der Werke dieses Abends weisen viele Parallelen auf. Sie waren beide blind und gut befreundet

Louis Vierne (1870-1937) studierte César Franck und Charles-Marie Widor. Ab 1900 wirkte er als Organist an der Kathedrale Notre Dame und ab 1911 als Professor an der Schola Cantorum Paris.

Jean Langlais (1907 - 1991) wurde wie Vierne am Nationalinstitut für blinde Jugendliche musisch gefördert. Dorthin wurde er später auch als Professor berufen. Langlais war befreundet mit seinem nahezu gleichaltrigen Kommilitonen Olivier Messiaen, bekleidete ab 1945 das wichtige Organistenamt an der Basilika Sainte Clotilde.

Karten für beide Konzerte gibt es bei MTM am Pilgrimstein.

von Uwe Badouin

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