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Marburg wird mörderisch

30. Criminale Marburg wird mörderisch

Vom 18. bis 24. April findet im Landkreis die 30. Criminale statt. Es ist das europaweit größte Treffen von Krimi-Autoren.

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Quer durch den Landkreis fließt Blut: Die Grafik zeigt die Tatorte, an denen die Krimis spielen, die in der Criminale-Anthologie 
„SoKo Marburg-Biedenkopf“ erscheinen.

Quelle: Sven Geske

Marburg. Die Criminale, das Treffen von deutschsprachigen Krimi-Autoren, wird Marburg auf der Krimi-Landkarte verankern: Anfang April erscheint eine ­Anthologie mit 26 Kurzkrimis, die alle im Landkreis spielen.

Sie kennen sich aus mit Gift. Sie morden mit Messern, mit Pistolen, mit Gewehren. Mal aus Gewinnsucht, mal aus Rache, mal aus Eifersucht und mal mit dem Wahn eines Psychopathen. Gemeint sind die Mitglieder des Syndikats – und auch das ist ein Begriff, der eng mit mafiösen Strukturen in Verbindung gebracht wird.

Wenn nun vom 18. bis 24. April rund 300 Mitglieder des Syndikats zur 30. Criminale nach Marburg kommen, müssen sich die Marburger aber nicht in ihren Häusern verbarrikadieren. Das Gegenteil ist der Fall, denn diese Syndikats-Mitglieder morden glücklicherweise nur auf Papier. Zur Unterhaltung eines Publikums, das in Deutschland nach Krimis giert.

Um den 1. April herum erscheint die Criminale-Anthologie „SoKo Marburg-Biedenkopf“, die das Krimigenre in der Region fest verankern wird. Herausgeberin ist die Krimi-Autorin Christina Bacher, die eng mit Marburg verbunden ist. Sie hat von 1992 an in Marburg studiert, insgesamt 15 Jahre hier gelebt, ist dreimal weggezogen und dreimal zurückgekehrt. Inzwischen lebt sie mit ihrem Marburger Ehemann und ihrer Familie in Köln.

Von dort hat sie die Anthologie organisiert. Firmen, Privatpersonen, Behörden – sie alle konnten sich einen Krimi wünschen und haben jede Menge Leichen bekommen. In Neustadt und Bad Endbach. In Biedenkopf und Amöneburg. In Wetter und auf der Zeiteninsel und ganz besonders in Marburg fließt das Blut in Strömen.

„Für die Anthologie hatte ich einige Vorgaben: Alle Autoren müssen Mitglieder des Syndikats sein, es müssen ehemalige Preisträger dabei sein und Lokalmatadoren“, sagt Christina Bacher. Die Lokalmatadoren sind Jürgen Hövelmann, Daniel Twardowski, Wolfgang Po­lifka aus Sarnau und Klaus-Jürgen Frahm.

Auch Christina Bacher ( auf dem Foto rechts) hat eine Folge geschrieben, in der es um die Blista geht. Dort wird übrigens die gesamte Anthologie eingelesen und damit Blinden und Sehbehinderten zugänglich gemacht, betont Andrea Katemann ( links), Leiterin der Deutschen Blindenbibliothek. Für Thorsten Büchner, zuständig für die Blista-Öffentlichkeitsarbeit, ist das Buch schon jetzt „das perfekte Marburg-Geschenk für die kommenden Jahre“.

Alle Autoren der Anthologie werden bei der Criminale übrigens an ihren Tatorten lesen – alle zeitgleich am 21. April. Mehr als 60 öffentliche Veranstaltungen stehen in der Woche auf dem Plan.

Höhepunkte sind die Preisverleihungs-Gala am 23. April im Cineplex und die Benefiz-Gala mit Bestsellerautorin Elisabeth Herrmann am 20. April in der Pfarrkirche zugunsten zweier Flüchtlingsprojekte im Kreis.

Mehr Informationen hier .

Text und Foto: Uwe Badouin

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