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Mammutprogramm für Kunstfans

Nacht der Kunst Mammutprogramm für Kunstfans

Ausstellungen und Aktionen, offene Ateliers, Vorträge und Gespräche - die „Nacht der Kunst“ bot das volle Programm in Sachen Kunst.

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Die Abguss-Sammlung hat generell sehr viel zu bieten und wird sich demnächst in einem neuen Gewand präsentieren.

Marburg. „Wo fangen wir denn da bloß an?“. Ein Ehepaar steht mit aufgeklapptem Plan in der Marburger Innenstadt und hat die Qual der Wahl. Wobei weniger der Anfang das Problem ist, sondern mehr das Ende.

An 40 Orten gibt es bei der „Nacht der Kunst“ etwas zu sehen und zu erleben: Galerien und Museen, Ateliers, Kulturvereine, Sammlungen der Universität sowie Geschäfte und andere Ausstellungsorte sind mit dabei, von der Nordstadt bis hinunter zum historischen Schwanhof und von der Barfüßerstraße hinüber zur Hauptfeuerwache.

Die Mischung macht’s, alljährlich. Viele waren mit dem Flyer in der Hand unterwegs, im Zweifel schon alle interessanten Locations angekreuzt, andere bummelten ohne konkretes Ziel los. „Wir laufen nach Gehör“, erklärten zwei Freundinnen schmunzelnd, die in der Oberstadt einfach dorthin steuerten, wo der Geräuschpegel eine Veranstaltung signalisierte.

"Der Himmel hält"

Auch wenn einige Stammbesucher den Eindruck hatten, es sei insgesamt weniger los als in den Jahren zuvor - echte Fans ließen sich von den kühlen Temperaturen nicht abhalten, zur „Nacht der Kunst“ zu kommen. Das Wetter zeigte sich nach einem verregneten Auftakt zu Beginn des Abends immerhin beständig. „Der Himmel hält“ war quasi passend das Motto bei der Ausstellung des Instituts für Bildende Kunst der Philipps-Universität im Ernst-von-Hülsen-Haus: „Neues, Anderes - und der Himmel hält“, konzeptioniert von Helmi Ohlhagen und Tillmann Damrau.

Neu und anders soll künftig auch die universitäre Antiken- und Abguss-Sammlung (die größte in ganz Hessen) präsentiert werden. Die Studierenden des Archäologischen Seminars erläuterten die Neu-Konzeption in Vorträgen und Führungen, dazu gab es Zeichnungen der Teilnehmer des VHS-Kurses von Micha Bartsch zu sehen. Bartsch selbst gab in seinem Atelier in der Biegenstraße Einblicke in seine Arbeit und stellte auch im „Feuerhaus“ in der Ketzerbach aus. Die Volkshochschule wiederum zeigte die Ausstellungen, die zu den 2. Marburger Fototagen am Wochenende zuvor eröffnet worden waren (die OP berichtete).

Auch in der Hauptfeuerwehrwache wurde ausgestellt

Die außergewöhnlichste Location war wohl die so genannte Atemschutzstrecke der Marburger Feuerwehr in der Hauptfeuerwache am Erlenring. Das Käfigsystem, in dem sonst die Atemschutzübungen durchgeführt werden, hatte sich in eine akzentuiert beleuchtete Galerie für Fotografien aus der Elisabethkirche von Bodo Langer verwandelt.

Für eine Verwandlung sorgte auch Marie-Luise Frey aus Darmstadt mit ihrer „textilen Intervention“ aus silbernen und goldenen Stoffbahnen in der Universitätskirche. Zum „Chor-Gewand(t)“ setzten dann noch Achim Breinl und Michael Stoeckel musikalische Akzente. Im historischen Schwanhof präsentierten Jan Luke in seinem Atelier Malereien zum Thema „Erdraum“ und nebenan in den „SchwanhofAteliers“ Christine Dahrendorf ihren neuen Katalog „Farbstaub und Magenta“.

In „Ruken’s Galerie“ in der Oberstadt wurde die Ausstellung „Konfrontation“ von Ismet Polatli eröffnet. Einer der Hauptanziehungspunkte war der zentral gelegene Kunstverein, der nicht nur seine eigene aktuelle Ausstellung „Bewegte Bilder“ zu bieten hatte, sondern auch noch die „Blaue Linse“ mit ihrer Fotomitmachaktion zu Gast. Die Kunstwerkstatt lud ebenfalls zum Mitmachen ein und stellte in einem Zelt direkt nebenan Leinwände zum Bemalen zur Verfügung, die beim Fest zum 30-jährigen Jubiläum versteigert werden sollen.

Bei der Versteigerung des Vereins FrauenKunstGeschichte im Bauamt kamen Werke regionaler Künstlerinnen und Künstler für den guten Zweck (das Finanzierungsnetzwerk „Zastra“ für Marburger Mädchen-, Frauen- und Lesbenprojekte) unter den Hammer. Apropos: „Hammer, was hier alles los ist“, staunte eine Besucherin angesichts der Vielzahl von Veranstaltungen. „Gar nicht so schlecht für das kleine Marburg.“

von Nadja Schwarzwäller

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