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Malerin setzt sich mit Bewegung auseinander

Iris Kramer zeigt Ausstellung „unterwegs“ Malerin setzt sich mit Bewegung auseinander

Die Flüchtlingsdebatte ist auch in Marburg das aktuellste Thema. Nicht nur in Medien und Politik finden Themen wie Flucht, Aufbruch in fremde Länder und Reisen Widerhall.

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Die Künstlerin Iris Kramer und der Gitarrist Klaus Neuhaus stehen vor dem Bild eines kurdischen Flüchtlings.

Quelle: Benjamin Kaiser

Marburg. Auch die Marburger Malerin Iris Kramer setzt sich in der Ausstellung „unterwegs“ im Meteorologischen Turm im Schlosspark mit diesen Themen auseinander. Eröffnet wurde die Ausstellung vom designierten Oberbürgermeister Thomas Spies (SPD).

Kramer zeigt überwiegend Aquarelle und Acrylmalerei. Überdimensionale Damenschuhe, ohne Besitzer, wandeln durch enge Gassen. In dem Aquarell „Bewegung“ sind Menschen nur schemenhaft zu erkennen. Gesichter sind nicht auszumachen, die Individuen bleiben anonym. Jeder Mensch sei irgendwie in Bewegung und unterwegs, betont Kramer.

Nur auf einem Gemälde sind klare Konturen zu erkennen. Sie gehören einem Mann namens Seco. Kramer erzählt von ihm mit einem Anflug von Traurigkeit in der Stimme: „Er war ein hier lebender Flüchtling kurdischer Abstammung aus der Türkei, für den ich mich eingesetzt habe. Er ist abgeschoben worden. Ich weiß nicht, was aus ihm geworden ist.“

Auch erinnert sie an die Zeit, als sie an der Gesamtschule Richtsberg unterrichtete und versuchte, jungen Menschen Kunst näherzubringen – auch Kindern mit Flüchtlingshintergrund. Als ehemalige Lehrerin bleibt sie Didaktin. Secos Gesicht hängt am Ende einer Treppe: „Ich wollte, dass jeder Besucher in dieses Gesicht schauen muss und sich angesprochen fühlt, auch wenn keine Worte gesprochen werden.“

Doch Kramer beschleunigt in ihren Bildern nicht nur. Ein Werk rückt eine Schnecke in den Fokus, die quer über die farbige Leinwand kriecht. Thomas Spies meinte in seiner Einführung: „Dieses Bild ist mir sofort aufgefallen. Iris Kramer lenkt unseren Blick auch auf Entschleunigung. In einer Welt, die sich rasend schnell verändert, plädiert sie dafür, auch mal innezuhalten.“ Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnung von dem Gitarristen Klaus Neuhaus.

  • Die Ausstellung ist bis zum 25. Oktober jeden Sonntag von 13 Uhr bis 17 Uhr zu sehen. Begleitend finden an diesen Tagen von 15 Uhr bis 16.30 Uhr Lesungen und kleine Konzerte statt.

von Benjamin Kaiser

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