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Mal glücklich, mal „extrem sauer“

10. Marburger Kurzdramenfestival Mal glücklich, mal „extrem sauer“

Vier Uraufführungen von vier Autoren, die an vier Abenden in der Waggonhalle in Marburg zu sehen sind - das ist das 10. Marburger Kurzdramenfestival, das am Donnerstag, 28. November, in der Waggonhalle beginnt.

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In „Die Fans des Phantoms“ spielen (von oben) Nicole Ströher, Nicole Rieger und Vanessa Wirth. Foto: Waggonhalle

Marburg. Seit zehn Jahren richtet Theater Gegenstand den Wettbewerb aus, in diesem Jahr ist das Kulturzentrum Waggonhalle von Donnerstag bis Sonntag jeweils um 20 Uhr erstmals Mitveranstalter - nur folgerichtig, nachdem die Waggonhalle in den vergangenen Jahren ohnehin bei Organisation und Technik unterstützt habe, so Waggonhallen-Chefdramaturg Nisse Kreysing. Willi Schmidt von der Waggonhalle ist einer der Künstlerischen Leiter, neben Franziska Lüdtke von Theater Gegenstand und der aus Israel stammenden und in Berlin lebenden Regisseurin Dovrat Meron. Die ist über eine Ausschreibung hinzugekommen und hat auch die Regie bei einem der Siegerstücke übernommen. Nach der ursprünglich stark regionalen Ausrichtung am Anfang haben die Macher des Kurzdramenwettbewerbs immer stärker eine Öffnung nach außen angestrebt, um neue Impulse zu bekommen.

Etwa 100 Einsendungen hat es in diesem Jahr gegeben, eine fünfköpfige Jury aus der Theaterszene der Region hat die vier interessantesten ausgewählt. Wie stets gibt es kein Preisgeld, sondern eine Inszenierung - der Autor kann sein Werk somit endlich auf der Bühne sehen.

Das macht nicht immer nur Freude, erzählt Kreysing. In den vergangenen zehn Jahren habe es Autoren gegeben, die sehr glücklich mit der Inszenierung ihres Stücks waren, aber einige seien auch „extrem sauer“ gewesen. Die Begegnung von Autor und Inszenierung ist eine der Besonderheiten des Festivals, in „Mitternachtsgesprächen“ können die Zuschauer mit Regisseuren und Autoren ins Gespräch kommen und den Weg von der Idee auf die Bühne verfolgen.

„Spektronisch“ heißt eines der vier Siegerstücke, das von Hauke Meyer, einem Regisseur aus Leipzig, inszeniert wird. Es geht um Begegnungen im Technoclub, um Kontaktaufnahme - „ein sehr verdichteter, poetischer Text“, sagt Schmidt. Geschrieben hat ihn Denis Leifeld aus Nürnberg.

„Nie ist jemand mal jemand“ stammt von Michael Wolf aus Hildesheim, wird von Dovrat Meron inszeniert und spielt mit der Theaterszene selbst. In „Die Sprache der Enkel“ von Maximilian Lang aus Bregenz, ebenfalls in Szene gesetzt von Hauke Meyer, warten vier Enkel auf eine Erbschaft, aber einer von ihnen fehlt. Die anderen reflektieren über die verblichene Verwandte. Das vierte Stück ist eine Satire und wurde von Stefan Schenkl aus Würzburg geschrieben. „Die Fans des Phantoms“ erzählt von drei Mädchen und ihrer Verehrung für ein Idol, von dem sie eigentlich gar nichts wissen, dass sie aber trotzdem auf jeden Fall heiraten wollen. Regisseur ist Nick Westbrock, Schauspieler aus Gießen, der auch in der Waggonhalle schon auf der Bühne stand. Alle Stücke dauern etwa 15 Minuten.

Am Freitag und am Samstag gibt es ab 22 Uhr das Mitternachtsgespräch und anschließend eine Lounge Party.

von Heike Döhn

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