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Märchenspektakel für die ganze Familie

Kinostart: „Cinderella“ Märchenspektakel für die ganze Familie

Der Märchenklassiker „Aschenputtel“ erlebt eine furiose Neuauflage. Der Brite Kenneth Branagh ist nicht nur als Schauspieler bekannt, er machte sich auch mit seinen exzellenten Shakespeare-Verfilmungen als Regisseur einen Namen.

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Lily James spielt die Titelfigur Cinderella in ihrem wunderschönen Ballkleid.

Quelle: Disney

Nun wendet sich Branagh erneut einem klassischen Stoff zu – dieses Mal allerdings einem Märchen: Er inszeniert „Cinderella“ mit Cate Blanchett als böser Stiefmutter von Aschenputtel als opulentes, wunderbar überdrehtes und höchst unterhaltsames Abenteuer.

Keine modernisierte Story, keine Pop-Songs, keine Flut an Computereffekten: Kenneth Branagh setzt bei seiner Version des Märchens „Cinderella“ auf klassische Schauwerte. Die Geschichte folgt der bekannten Vorlage. Ein Waisenkind, Tochter aus gutem Hause, wird von der Stiefmutter und deren zwei bösen Töchtern gequält und geknechtet und als Aschenputtel (Englisch: Cinderella) verspottet.

Dank eines Zaubers aber erobert das Mädchen das Herz des Prinzen. Doch da der Zauber nur bis Mitternacht wirkt, und das Mädchen danach wieder zum Schattendasein verurteilt ist, dauert es, ehe der Prinz sie für immer in den Arm nehmen darf. Optisch hat sich Kenneth Branagh an dem Animationsfilm von Walt Disney aus dem Jahr 1950 orientiert.

Böse Stiefmutter ist eigentlich Opfer der Gesellschaft

Es glitzert und funkelt, dass es eine Lust ist. Der Clou des Films jedoch ist seine Doppelbödigkeit. Kinder können sich ganz naiv dem Zauber der Erzählung hingeben, Erwachsene haben dazu ihren Spaß an zahlreichen satirischen Momenten, die kraftvoll ein allein auf finanziellen Erfolg ausgerichtetes Leben anprangern.

Das stärkste satirische Potenzial entfaltet dabei Cate Blanchett in der Rolle der bösen Stiefmutter. Die zweifache Oscar-Preisträgerin porträtiert die Frau nämlich nicht als übertrieben-teuflische Person, sondern zeigt sie als Opfer einer allein an materiellem Wohlstand orientierten Gesellschaft. Die von Lily James im jugendlichen Alter verkörperte Hauptfigur hat reichlich Herz und Verstand. Die Inszenierung und der vollkommen natürlich anmutende Charme von Lily James sorgen dafür, dass dies absolut glaubwürdig wirkt und von mitreißender Kraft ist.

Kenneth Branagh, der nicht mitspielt, sondern sich ganz aufs Regieführen konzentriert hat, ist ein geradezu grandioses Kinomärchen gelungen. Der Film begeistert so enorm, weil er nicht im Übermaß auf modernste Tricktechnik setzt, sondern auf die Schönheit schlichter Menschlichkeit. Und das mit seltener Eleganz von großem Schauwert. So wird das alte Märchen tatsächlich zum Vergnügen für die ganze Familie.

  • Der Film läuft im Cineplex.

von Peter Claus

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