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„Maddin“ will sich an die Noten halten

Engagement in Gießen „Maddin“ will sich an die Noten halten

Dem Stadttheater Gießen ist ein Besetzungscoup gelungen. Für ihre nächste Opernpremiere am Donnerstag hat das Gießener Drei-Sparten-Haus den in Treisbach lebenden Komiker Maddin Schneider verpflichtet.

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Maddin Schneider (von links), der musikalische Leiter des Stadttheaters Gießen, Michael Hofstetter, und Regisseur Balázs Kovalik stellten die Inszenierung gemeinsam vor.

Quelle: Stephan Scholz

Gießen. Für die Oper „Der misslungene Brautwechsel oder Riccardo I“, die am Donnerstag, 2. April, um 19.30 Uhr im Großen Haus Premiere hat, ist es dem Stadttheater Gießen gelungen, einen ganz besonderen Gast zu verpflichten. Die Rede ist von dem Komiker Maddin Schneider, der das Projekt am Freitag zusammen mit Regisseur Balázs Kovalik und dem musikalischen Leiter Michael Hofstetter im Theaterfoyer vorstellte.

Ursprünglich stammt die barocke italienische Oper aus der Feder von Georg Friedrich Händel, wurde aber für die Aufführung im Jahr 1729 von Georg Philipp Telemann unter anderem um deutsche Arien ergänzt, so dass sich in der Inszenierung jetzt deutsche und italienische Elemente finden.

In Sachen Inhalt sprach Regisseur Kovalik am Freitag von einer „Soap-Opera“, deren Szenen vor allem eine Aufgabe haben: zum Singen zu reizen. Teil der Handlung ist die Figur des Komikers Gelasius, die Maddin Schneider übernimmt.

Ursprünglich sei er selbst auf die Idee gekommen, den Komiker zu verpflichten, um ihn gemeinsam mit dem Regisseur schließlich Intendantin Cathérine Miville als Besetzung vorzuschlagen, erläuterte Hofstetter. Gesagt, getan, Maddin Schneider ist an Bord und hat insgesamt zwei Monate mit dem Ensemble geprobt.

„Das war für mich eine große Herausforderung, denn als Solokünstler habe ich noch nie in einem Ensemble gearbeitet. Aber das macht mir viel Spaß“, erzählte der Comedian, für den auch das tägliche Proben im Team während dieser zwei Monate neu war.

Auf die Frage, ob er selbst während der rund drei Stunden Dauer der Inszenierung singen werde, entgegnete der Gast augenzwinkernd, dass es sich nicht vermeiden lasse. Schneider wird „zweieinhalb Lieder“ vortragen, aber natürlich auch sonst reichlich Text präsentieren.

Maddin: „Man hat versucht, mir das beizubringen“

„Ich habe versucht, mich an die Noten zu halten. Man hat versucht, mir das beizubringen“, lächelte der Komiker, der erklärte, dass er noch nie in diesem Genre gesungen und auch sonst praktisch keine Opernerfahrung hat. „Zwar habe ich natürlich schon auf der Bühne gesungen, dann aber als Komiker“, so Schneider.

Und es sei genau diese Form der Unterhaltung des hessischen Komikers, die man für die Umsetzung der Figur des Gelasius gebraucht habe, betonte Hofstetter.

Regisseur Kovalik berichtete, dass die Handlung der „Soap-Opera“ in einem Diner spielen wird und auf skurrilen Humor setzt. Schneider, dessen Charakter einen Kontrast zu den barocken Klängen bilden soll, hat seine Beiträge zum Teil improvisiert und wird seiner bekannten Bühnenfigur treu bleiben.

Man darf gespannt sein auf die Premiere am Gründonnerstag, natürlich nicht nur wegen des prominenten Gaststars, sondern auch wegen anspruchsvoller Barockklänge in einer kurzweiligen Inszenierung. Die Vorfreude auf die Oper ist sicher berechtigt.

von Stephan Scholz

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