Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Lyrische Worte mit starken Eindrücken

Lesung über emotionale Seite von Flucht Lyrische Worte mit starken Eindrücken

Mit sanften Worten und eindrücklichen Sprachbildern hat die Afghanin Shaima Ghafury bei einer Lesung im Rathaus deutlich gemacht, was Flucht bedeutet.

Voriger Artikel
Fabrik öffnet sich regionaler Kunst
Nächster Artikel
Schwebender Klang, harmonischer Gesang

Shaima Ghafury bei der Lesung im Rathaus.

Quelle: Patricia Kutsch

Marburg. Bei ihrer Lesung im historischen Rathaussaal mit 60 Gästen haben die Afghanin Shaima Ghafury und die Marburger Stadtverordnete Elke Therre-Staal einige ihrer lyrischen Werke vorgestellt.

Beide Frauen haben sich mit dem Thema Flucht befasst und die damit verbundenen Emotionen mit Gedichten ausgedrückt. Sie schufen eindrucksvolle Bilder, die beim zweiten Hinhören bedrückend wurden, zeigten, wie traurig und gefährlich Flucht ist – aber auch Hoffnung ließen sie zwischen den Zeilen mitschwingen. Hoffnung auf Freiheit, auf Sicherheit, auf einen neuen Ort zum Leben.

Lyrische Worte, die starke Eindrücke lieferten, lasen die beiden Autorinnen vor. Therre-Staal stellte auch in den Vordergrund, was Flüchtlinge mit der Flucht hinter sich gebracht haben: „Mit Ehrfurcht schauen, was Flüchtlinge sich trauen“, dichtete sie. Mit knappen Worten und starken Bildern rief sie dazu auf, Flüchtlinge menschlich aufzunehmen.

Shaima Ghafury, die in Kabul geboren wurde und am Richtsberg als Sozial- und Schuldnerberaterin arbeitet, begann schon früh, lyrische Texte zu verfassen. Mit 14 Jahren schrieb sie ihr erstes Gedicht „Klage eines Kindes“ mit gesellschaftskritischem Inhalt. In „Sprossen der Hoffnung“ schuf Ghafury sehr bedrückende Bilder von Krieg, von brennenden Büchern und einem Ascheteppich, der „allen Orts die Blumenwiese“ ersetzte.

Die Lesung umrahmten die beiden afghanischen Musiker Hussain Riaz mit der Rubab, einer Schlaghalslaute, und Mirweis Nada mit dem Schlaginstrument Tabla. Elke Therre-Staal mit der Violine und Johannes Becker am Klavier stimmten auf den Abend ein. Die Lesung wurde unterstützt vom Gleichstellungsreferat der Stadt. Der Erlös des Abends ging an die Initiative afghanisches Hilfswerk.

von Patricia Kutsch

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr