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Lyrische Kuriositäten

Lars Ruppel Lyrische Kuriositäten

Lars Ruppel lebt seit 2004 in Marburg. Der professionelle Poetry Slammer hat ein neues Buch herausgebracht mit zehn unterhaltsamen Gedichten über bekannte Redensarten.

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Der Marburger Poetry Slammer Lars Ruppel schreibt Gedichte über Redensarten.Foto: Hendrik Schneller

Marburg. Kuriose Geschichten hinter altbekannten Sprichwörtern - Lars Ruppel verleiht mit seinem neuen Gedichtband „Holger, die Waldfee“ bekannten Redewendungen eine neue Geschichte.

Das Sprichwort „Holla, die Waldfee“ mutiert zu „Holger, die Waldfee“, der gegen die zerstörende Macht des Forstamtes kämpft. Der „Heilige Strohsack“ wird angebetet und zum Gott der Strohsackgemeinde erhoben und „Schmidts Katze“ plant auf nächtlichen Versammlungen die Übernahme der Weltherrschaft.

Lars Ruppel hat mit seinem Talent, Wörter in einen neuen und absurden Kontext zu stellen und daraus geistreiche, freche Gedichte zu machen, nun schon seinen zweiten Gedichtband gefüllt. Zehn Gedichte und ein Bonustext sind darin zu finden, die Redewendungen in ein neues Licht rücken. Dabei helfen auch die Illustrationen von ­Eyke-Sören Röhrs, die die Ruppels Kreativität noch einmal unterstreichen und den Akteuren der Gedichte ein Gesicht verleiht.

Gemäß des Mottos „Wenn ein Bild mehr sagt als tausend Worte, dann sagt ein Gedicht mehr als tausend Bilder“, zieht Lars Ruppel als hauptberuflicher Poetry Slammer durch ganz Deutschland und bringt Jung und Alt die Kunst der Poesie näher. Im Alter von 16 Jahren fing er an, Gedichte zu schreiben und aufzutreten. Mittlerweile ist er einer der bekanntesten Poetry Slammer Deutschlands. Aber auch über die Grenzen hinaus ist er im Dienst der Poesie unterwegs. Länder wie den Sudan oder Indien hat er bereist, um Workshops für Kinder und Jugendliche anzubieten.

In seinem Projekt „Weck­worte“ beschäftigt er sich wiederum mit älteren Menschen. In Altenheimen versucht er mit Hilfe von Gedichten, die Lebensfreude der Senioren zu wecken und eine Kommunikation zwischen den Bewohnern und ihrem Umfeld herzustellen. In Workshops zeigt er Schülern, Pflegenden, Angehörigen und interessierten Menschen, wie man klassische Gedichte für Menschen mit Alzheimer oder geistiger Behinderung vorträgt. Gedichte sollen so zum festen Bestandteil in der Pflege von Menschen mit Demenz werden.

„Holger, die Waldfee“ ist, wie der Klappentext beschreibt, ebenfalls eine Verbindung zwischen Jung und Alt. Hier trifft sich die Kunst der klassischen Dichtung mit der saloppen Art der Poetry-Slam-Kultur. Hinter den humorvollen Versen steckt allerdings mehr als reine Unterhaltung. Lars Ruppel würdigt jede seiner Anekdoten mit einer oft satirischen Aussage, die den Leser auf eine subtile und dennoch treffende Weise erreicht.

Lars Ruppel: „Holger, die Waldfee“, Satyr-Verlag, 96 Seiten, 10,90 Euro.

von Caroline Stockmann

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