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Lyriker denkt Weihnachten quer

Gedichtband Lyriker denkt Weihnachten quer

Was ist Weihnachten? Das Fest der Liebe oder das Fest des Konsums? Während wir weihnachtlicher Musik kaum noch aus dem Weg gehen können, fragt sich der in Dagobertshausen lebende Philosoph und Theologe: Ist Weihnachten (nur) ein Wintermärchen - oder doch mehr? In seinen Gedichten fragt er kritisch nach dem Sinn des Festes: Während das Christkind ganz ohne Bonis auskommen müsse, sei der Weihnachtsmann Aktionär bei Coca Cola

In seinem Lyrik-Band „Weihnachten - quer gedacht“ hat Schöer 27 Gedichte aus den Jahren 1986 bis 2010 veröffentlicht, in denen er sich intensiv mit der Weihnachtsbotschaft auseinandersetzt - Mal fragend wie in „Bethlehem ist überall“, mal frustriert angesichts der Vermarktung Christi wie in „The Holy Entertainer“: „Dein Unterhaltungswert ist / immer noch erstaunlich hoch.

Marburg. / Selbst Leute, die Dich längst zum alten Eisen geworfen haben, / bekommen feuchte Augen, / wenns Töchterchen / unter dem Lichterbaum brav / Deine Geburtstagsgeschichte vorliest. / Vielleicht liegt es aber auch nur / am Widerschein der Kerzen / in den leuchtenden Kinderaugen.

Immerhin: als Anlass für diese / Inszenierung bist Du noch gut genug - / solange Du Dich nicht unbeliebt machst, / zu predigen anfängst und Dich / auf die Seite der Habenichtse schlägst, / Dich am Ende dafür auch noch abschlachten lässt“, heißt es darin.

Siegfried Schröer: „Weihnachten - quer gedacht“, Verlag Die Blaue Eule, Essen, 60 Seiten, 9 Euro.

von Uwe Badouin

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