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Lyrik und Prosa in der Sommeridylle

Schreibprojekt für Schüler Lyrik und Prosa in der Sommeridylle

Wie macht man Schülern Literatur schmackhaft? Am besten, indem man sie selber schreiben lässt. Bei einem literarischen Picknick präsentierten die jungen Teilnehmer des Projekts „SchreibKunst“ ihre Texte.

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Ebsdorfergrund. Seit einem Jahr läuft das mittelhessische Projekt zur literarischen Nachwuchsförderung an sechs Schulen und in 24 Schreibwerkstätten. 14 Schulen hatten sich um die Teilnahme an dem Angebot des Hessicshen Kultusministeriums beworben, sechs erhielten den Zuschlag: In Marburg beteiligen sich Elisabethschule und Richtsberg-Gesamtschule, dazu kommen die Gesamtschule Ebsdorfergrund, die Perftalgesamtschule in Steffenberg, die Ricarda-Huch-Schule in Gießen und die Europaschule Lollar.

Gedichte, Erzählungen und Romankonzeptionen

Über 120 Schülerinnen und Schüler im Alter von acht bis zwölf Jahren haben sich regelmäßig mit Autoren getroffen und mit ihnen an ihren Texten gearbeitet. „Das besondere an dem Projekt ist die Kontinuität“, sagt Dr. Erika Schellenberger-Diederich vom Projektbüro Kulturelle Bildung am Kultusministerium, die das Unterfangen koordiniert. So werden nicht nur Texte geschrieben, sie werden auch immer wieder neu diskutiert und überarbeitet. Dass das so gut gelingen konnte, daran haben die jeweiligen Koordinatoren an den Schulen viel Anteil, betonte Schellenberger-Diederich.

Die Schriftsteller Thomas Hettche und Bernhard Kegel haben sich in den Schreibwerkstätten der Prosa gewidmet, Silke Scheuermann der Lyrik und der Marburger Slam-Poet Lars Ruppel der Spoken-Word-Lyrik. Entstanden sind Gedichte, Erzählungen und sogar Romankonzeptionen - und natürlich sind die Teilnehmer inzwischen neugierig darauf geworden, was die anderen so geschrieben haben. Deshalb traf man sich in Dreihausen an der Unterhäuser Mühle in idyllischem Umfeld, um die Ergebnisse des Jahres vorzustellen. Interessierte Gäste waren auch Angela Federspiel vom Hessischen Kultusministerium und Heike Grosser vom Staatlichen Schulamt. Nachdem Lars Ruppel mit eigenen Texten die Stimmung aufgelockert hatte, konnten sich alle mit leckeren Häppchen vom Buffet stärken, das Schüler der Gesamtschule Ebsdorfergrund vorbereitet hatten.

So gestärkt schwärmten die Nachwuchsautoren ins Gelände aus, wo sie sich zuvor schon wunderschöne Leseplätze ausgesucht und diese auch dekoriert hatten - im Obstgarten, unter alten Bäumen, auf lauschigen Wiesen oder am Bach. Hähnekrähen, Hundegebell und Hühnergackern waren die Hintergrundgeräusche, von denen sich die jungen Autoren aber nicht irritieren ließen.

Aus den Texten soll ein Buch entstehen

Jeder konnte bei jeder Gruppe zuhören und sich einen Eindruck verschaffen, was im vergangenen Jahr entstanden ist. Das Lampenfieber war rasch überwunden, der Spaß am Vorlesen überwog.

Mit diesem Literatur-Picknick ist das Projekt aber nicht beendet: Im zweite Jahr sollen die Schüler nun erfahren, was mit fertigen Texten geschieht, so sie denn nicht nur für die Schublade gedacht sind - und das wäre doch schade. Deshalb wird der Weg vom Text zum Buch nachgezeichnet, mit dem Ziel, dass am Ende auch tatsächlich ein Buch mit den Werken der Schüler veröffentlicht wird.

Diese Wertschätzung ihrer Arbeiten macht aus dem Projekt für die jungen Teilnehmer etwas Nachhaltiges, macht den flüchtigen Gedanken zum Text, der vor den Augen anderer bestehen kann.

von Heike Döhn

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