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„Luftschlösser“ und andere Träume

Museen im Aufbruch „Luftschlösser“ und andere Träume

Gestern am Internationalen Museumstag fiel in Marburg der Startschuss zum Themenjahr „Museen im Aufbruch“. Hunderte machten sich auf den Weg zum Landgrafenschloss und konnten „Luftschlösser“ bauen.

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Ungewöhnliche Perspektive: Das Landgrafenschloss, aufgenommen aus einem der Ballone, die bei der Hessischen Ballonmeisterschaft auch das Marburger Wahrzeichen anfahren.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Wie belebt man das Marburger Wahrzeichen hoch über der Stadt? Das ist eine der zentralen Fragen, die die „Potenzialstudie Schloss-Areal - Museumslandschaft - Stadtgeschichte“ beantworten sollte und teilweise beantwortet hat. Das Fernziel sei ein Museum für Landes-, Universitäts- und Stadtgeschichte, das internationalen Standards genügen soll, betonte Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach gestern bei der Eröffnung des Themenjahrs „Museen im Aufbruch“. Sie weiß: „Ohne das Land ist das nicht zu stemmen.“ Und alle Experten wissen auch: Wenn ein Museum für die Geschichte der Stadt Marburg aufgebaut werden sollte, dann ist das Landgrafenschloss dafür der ideale Ort.

Professor Joachim Schachtner, Vize-Präsident der Philipps-Universität, weiß um die Bedeutung der 30 universitären Sammlungen, die in neuer Form präsentiert werden müssten: „Die Museen haben neue Funktionen übernommen, sich weiterentwickelt zu Orten, die Bildungserlebnisse anbieten“ - mit modernen Konzepten und moderner Technik.

Der Direktor des Universitätsmuseums Dr. Christoph Otterbeck kämpft derzeit an zwei Fronten: Das Kunstmuseum in der Biegenstraße wird derzeit saniert, die Sammlung wird nach der Wiedereröffnung deutlich mehr Raum zur Verfügung haben. Gleichzeitig soll das kulturhistorische Museum im Schloss neu belebt werden. „Das kleine Museumsteam allein wird es nicht schaffen“, sagt Otterbeck und hofft auf die Unterstützung der Wissenschaft und der Bürgerschaft: „Die Herzen in Stadt und Universität müssen für die Museen schlagen.“ Dann, so die Hoffnung, könnten die großen Potenziale tatsächlich ausgeschöpft werden.

Das „Fest der Kulturen“ gestern gab einen kleinen Vorgeschmack darauf - ein „Fest der Sinne“ sollte es sein. Im Innenhof hatte die Marburger Köchevereinigung ihre Zelte aufgeschlagen. 18 Köche machten mit, boten „Handgreifliches aus Hessen“, Kaffee, Kuchen und andere Leckereien - ein Angebot, das von den vielen Besuchern rege genutzt wurde.

Im Schloss sind derzeit gleich vier Sonderausstellungen zu sehen, darunter ganz neu die Schau „Es war einmal … Illustrierte Märchenbücher seit Otto Ubbelohde“, die gestern eröffnet wurde.

Für Kinder gab es eine Erlebnistour mit dem Titel „Von tapferen Rittern und edlen Damen“, eine Märchenreise in den Orient, eine Schatzsuche und eine Mitmachaktion mit der KunstWerkStatt Marburg. Im prächtigen Fürstensaal, dem größten profanen gotischen Saal in Deutschland, gab es zahlreiche Konzerte: die „Musikschule Klassika“ trat auf, das Hip-Hop-Projekt „Heimatklänge“ vom Richtsberg und das Flamenco-Ensemble „Isla del Rio“. Tanzvorführungen im Fürstensaal, Vorträge und Sonderführungen und das Projekt „Luftschlösser“, bei dem Besucher ihre Vorstellungen und Wünsche zur Zukunft des Museums äußern konnten, rundeten das umfangreiche Angebot ab, das rege genutzt wurde.

Eine ganze Reihe von Neuerungen wurde rechtzeitig zum Internationalen Museumstag fertig: Der Schlossbus etwa ist jetzt sofort zu erkennen - er wurde mit Schlossmotiven bedruckt. Gleichzeitig ist eine kleine Broschüre erschienen, die Touristen und auch Marburger kurz und bündig über die Geschichte des Schlosses und seine Sammlung informiert. Fertig ist auch ein virtueller Rundgang durch das Schloss, der gestern erstmals präsentiert wurde und in dieser Woche auf der Seite www.marburg.de im Internet bereitgestellt werden soll.

von Uwe Badouin

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