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Lohnendes Schwitzen mit Schandmaul

Kultursommer Gießen Lohnendes Schwitzen mit Schandmaul

Aufschlag für den „Gießener Kultursommer“ auf dem Zeltplatz an der Messe: Rund 1000 Besucher feierten am Freitag den Beginn des dreiwöchigen Festivals mit der Folk-Rock-Band Schandmaul.

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Anna Kränzlein von Schandmaul zeigte ihr Können unter anderem an der Geige. Generell überzeugte die gesamte Gruppe.

Quelle: Stephan Scholz

Gießen. Trotz Saunatemperaturen herrschte allerbeste Stimmung unter den Gästen im großen Zelt, unter denen Jung und Alt vertreten waren. Kein Wunder eigentlich, denn Schandmaul, die seit Jahren eine feste Genregröße sind, heizten dem Publikum kräftig ein. Das ließ sich nicht zweimal bitten, trotz hoher Außentemperatur.

Und die war eine echte Herausforderung, gerade in dem großen Zirkuszelt, in dem in den kommenden Wochen Größen wie Mark Forster, Adel Tawil oder Konstantin Wecker auftreten. Die Rocker von Schandmaul hatten die Bühne gerade betreten, da floss der Schweiß schon in Strömen. „Heute wird es sportlich“, sagte Frontmann Thomas Lindner zu seinen Fans.

Er sollte Recht behalten, denn kaum legten die Damen und Herren von Schandmaul so richtig los, da kochte auch schon der Saal. Aber, und das verdient Anerkennung: Ebenso wie die Sicherheitsleute verhielt sich Lindner vorbildlich, indem er die Fans zwischen einzelnen Songs immer wieder zum Trinken aufforderte. Ein Extrakompliment für das Sicherheitspersonal: Die Mitarbeiter schenkten regelmäßig und kostenlos Wasser aus, was sicher zum Wohlbefinden der Fans beigetragen hat. Hut ab, allerdings auch für die Musik von Schandmaul, die erwartungsgemäß richtig gut kam.

Applaus vom schwarz gekleideten Szenepublikum

Lindner und die Seinen folkten und rockten, was das Zeug hielt, und brachten damit die Tanzbeine in Bewegung. Mit ihrem Sound, der rockige Elemente mit mittelalterlich inspirierten Klängen verbindet, überzeugten sie auf ganzer Linie. Zu hören waren Songs wie „Mittsommer“ oder „Mit der Flut“ von der 2014 erschienenen CD „Unendlich“, „Drachentöter“ vom Silberling „Wie Pech und Schwefel“ oder „Teufelsweib“ vom Album „Wahre Helden“. Ganz augenscheinlich kamen die Lieder beim vielfach in Schwarz gewandeten Szenepublikum richtig gut an, denn der Applaus war kräftig.

Und hoch verdient: Der Schandmaul-Sound macht richtig Spaß. Gerade weil Lindners markante Stimme mit der komplexen Instrumentalmusik, bei der neben Gewohntem wie dem Schlagzeug unter anderem auch Drehleier und Schalmei zum Einsatz kommen, eine höchst temperamentvolle Verbindung eingehen.

Kurz: Schandmaul rockt so richtig, und zwar so sehr, dass auch Saunatemperaturen schnell vergessen sind.

Gerade das ist einer der Clous am Kultursommer: Wem es am Freitag im Zelt zu heiß wurde, der konnte zwischenzeitlich rausgehen und im Biergarten Platz nehmen. Rund um die Konzertlocation finden sich zudem zahlreiche Buden mit reichlich Speis und Trank in sehr angenehmer Atmosphäre.

Die Veranstalter haben ein waschechtes und atmosphärisches kleines Festivalgelände auf den Zeltplatz an der Messe gezaubert und dabei selbst die Anlage von Blumenbeeten nicht vergessen. Kurzum: Ein Auftakt nach Maß für den Gießener Kultursommer, der in diesem Jahr zum ersten Mal veranstaltet wird und der mit Schandmaul genau den richtigen Opener hatte. Schön war es.

von Stephan Scholz

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