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Locker getanzt bis in die Haarspitzen

Konzert im KFZ Locker getanzt bis in die Haarspitzen

Hüpfen, schwitzen, tanzen und lachen hieß es am Samstagabend im KFZ als die Freiburger Band ‚Äl Jawala’ mit ihrem Balkan-Sound gute Laune verbreitete.

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Tenor-Saxophonist Krischan Lukanow und Drummer Daniel Pellegrini heizten mit ihrer Band
ordentlich ein.

Quelle: Angelika Fey

Marburg. „Das war eine Stimmung, wie auf der rumänischen Hochzeit, bei der ich mal eingeladen war“, meint ein Gast nach dem Konzert. Die fünfköpfige Band ‚Äl Jawala’ kommt zwar aus Freiburg und nicht aus Rumänien, aber von badischer Gemütlichkeit war am Samstagabend im proppenvollen KFZ nichts zu spüren. Zwei Stunden lang spielten die Musiker mit vollem Einsatz ihre äußerst tanzbare Balkan-Beats-Musik - und das ohne Pause. Was müssen die für eine Kondition haben? Das Publikum war am Ende klatschnass geschwitzt, aber dafür bis in die Haarspitzen locker getanzt und die gute Laune strahlte aus den Gesichtern: Euphorie pur.

‚Äl Jawala’ machten gleich zu Anfang klar, dass sie die Zuhörer aufmischen wollen. Wer vor dem Konzert noch schnell seine Jacke im Keller des KFZ aufhängen wollte, der wurde überrascht, denn die Band zog aus dem Backstage-Raum an der Garderobe vorbei, über die Treppe und durch den Zuschauerraum auf die Bühne ein.

Diese Nähe zum Publikum liegt in den Anfängen von ‚Äl Jawala’ begründet. Vor 13 Jahren fingen sie in Freiburg als Straßenband an.

Seitdem sind sie auf den Festivals Mittel- und Osteuropas unterwegs. Sie traten bereits mit dem Orchester von Emir Kusturica, dem Regisseurs des Kultfilms ‚Schwarze Katze, weißer Kater’ auf und wurden mit dem Preis der Jury und dem Publikumspreis des Creole-Festivals für Weltmusik ausgezeichnet. Die Balkanmusik hat bei ‚Äl Jawala’ aber einen ganz eigenen Klang. Statt den typischen Trompeten haben sie zwei Saxophone dabei. Ein echtes Highlight ist zudem das vom Drummer Daniel Pellegrini gespielte Dideridoo, mit dem er eine Ein-Mann-Goaparty schmeißen könnte.

„Seid ihr bereit über die Grenze zu springen?“ fragte Tenor-Saxophonist Krischan Lukanow vor dem Song ‚Border Bounce’ das Publikum, das ihm ein einstimmiges ‚Jaaaa!’ zurückgrölte. Generell geht es für ‚Äl Jawala’ darum, Grenzen zu überwinden. Die aktuelle ‚Blast your Ghetto’-Tour stellt ein Remix-Album vor, das auf grenzübergreifende Art entstanden ist, wie Alt-Saxophonistin Steffi Schimmer im Gespräch erklärt. Über die Internetplattform ‚Soundcloud’ stellten ‚Äl Jawala’ das letzte Studioalbum ‚The Ride’ frei verfügbar ins Netz und starteten einen weltweiten Aufruf mit der Bitte um Remixe, die dann auch zahlreich aus aller Welt eintrafen.

Auf dem aktuellen Album ‚Blast your Ghetto’ besteht nun die Hälfte der Titel aus diesen weltweit produzierten Remixen.

Gut möglich übrigens, dass die Marburger Konzertenergie bald auf dem neuen Live-Album von ‚Äl Jawalla’ zu hören ist, denn auch das Konzert in Marburg wurde für das Album aufgezeichnet. Ein neues Studio-Album gibt es dann im Herbst 2014.

von Angelika Fey

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