Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 9 ° Regen

Navigation:
Literarischer Frühling lockt Stars in die hessische Provinz

Literarischer Frühling lockt Stars in die hessische Provinz

Ob Waldeck, Korbach und Frankenberg die „Heimat der Brüder Grimm“ war, sei mal dahingestellt. ­Sicher ist: Dort findet 
seit fünf Jahren ein hochkarätiges Literaturfestival statt.

Voriger Artikel
Marburger lieben Gedichte
Nächster Artikel
Das Familienchaos geht weiter

Drei von vielen Stars beim Literarischen Frühling: Mario Adorf (von links), Ingrid Noll und Zeit-Chef Giovanni di Lorenzo lesen im Nachbarkreis.

Quelle: Andrea Pauly / Arno Burgi / Paul Zinken

Marburg. Wenn Krimi-Starautorin Ingrid Noll, die Schauspielerin Martina Gedeck, Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo, der konservative Philosoph Peter Sloterdijk und der Kritiker Denis Scheck in die tiefste hessische Provinz reisen und wenn der Star-Schauspieler Mario Adorf und der Büchner-Preisträger Friedrich Christian Delius die Schirmherrschaft übernehmen, dann müssen die Veranstalter ziemlich gute Argumente und eine gewisse Überredungskunst haben.

Als Christiane Kohl, Inhaberin des Landhauses Bärenmühle im abgeschiedenen Lengeltal, Susan Lorenz, Direktorin des Hotels „Die Sonne“ in Frankenberg und Andreas Engelhoven vom Hotel Schloss Waldeck den Literarischen Frühling vor fünf Jahren erfanden, besaßen sie diese Überredungskunst. Zudem hatten die ehemalige Journalistin Kohl und ihr Mann Klaus Brill durch ihre Arbeit für den „Spiegel“ und die „Süddeutsche Zeitung“ auch die richtigen Kontakte.

Heute, fünf Jahre später, ist „mitten im Nirgendwo“, wie die Schauspielerin Iris Berben die Region liebevoll umschrieb, eines der umtriebigsten und eines der prominentest besetzten Literaturfestivals in Deutschland ziemlich etabliert. Dies auch, weil die Veranstalter zahlreiche prominente Sponsoren wie die Viessmann-Werke, den Möbelhersteller Thonet oder den Fertighausbauer Fingerhaus gewonnen haben. Die Folge: das Festival kommt nahezu ohne öffentliche Mittel aus, wie Klaus Brill betont.

In diesem Jahr stehen vom 9. bis 17. April nach Angaben Brills 32 Veranstaltungen mit 21 Autoren und Schauspielern auf dem Programm. Das Programmheft umfasst 64 Seiten und gibt die große Bandbreite wieder: Sie reicht vom Schreib-Workshop mit Klaus Modick bis zum Gala-Diner im Stil der Pariser Salons vor 100 Jahren zu Marcel 
Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“. Ein weiterer Schwerpunkt des Programms ist „100 Jahre Dada“. Viele Lesungen sind bereits ausverkauft.

von Uwe Badouin

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr