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Lieder über Liebe, Sehnsucht und Tod

Schlosskonzert Lieder über Liebe, Sehnsucht und Tod

Es war ein Abend, an dem es schien, als ob man John Dowland richtig kennenlernte. Die Sopranistin Sarah Maria Sun und der Gitarrist Friedemann Wuttke präsentierten seine Lieder und berichteten aus seiner Biografie und seinem Briefwechsel.

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Der Gitarrist Friedemann Wuttke, der übrigen auf einem Instrument des Biedenkopfer Gitarrenbauers Dieter Müller spielt, und die Sopranistin Sarah Maria Sun begeisterten mit einem Dowland-Abend.Foto: Mareike Bader

Marburg. Die meisten Lieder waren ruhig gehalten, klangen melancholisch und erzählten von Liebe, Sehnsucht, Leben und Tod. Dies passte sowohl zu der Zeit, in der John Dowland lebte (1563 - 1626), als auch zu seiner eigenen Lebensgeschichte. Immer wieder waren es falsche Lebensentscheidungen, die Dowland an der Verwirklichung seines großen Traums hinderten, Hofkomponist am englischen Königshof zu werden. Sarah Maria Sun interpretierte die Lieder vor rund 100 Zuhörern mit viel Gefühl und mit virtuoser Stimmtechnik.

Sun sang sehr natürlich, so dass der Text gut zu verstehen war. Geschickt setzte sie ihr Vibrato an gezielten Stellen ein, die wunderbar die Stimmung des jeweiligen Liedes unterstrichen und füllte dennoch mit ihrer Stimme den Fürstensaal aus. Zu Beginn des Konzertes lief sie einmal hinter den Zuhörern vorbei und dann nach vorne zu Gitarrist Friedemann Wuttke - ein tolles Klangerlebnis.

Die Sopranistin las zwischen den Musikblöcken auf Englisch aus Briefen von John Dowland vor, die sie anschließend auf Deutsch zusammenfasste. So erhielten die etwa 100 Zuhörer einen Einblick in den teilweise steinigen Werdegang des berühmten englischen Komponisten des elisabethanischen Zeitalters. So entstand ein kurzweiliger Abend, bei dem sich die Künstler bei ihrem gut einstündigen Programm zu Recht gegen eine Pause entschieden hatten, um den runden Rahmen nicht zu stören.

Das Konzert bildete den Auftakt zu den diesjährigen Schlosskonzerten, die von den Marburger Musikfreunden veranstaltet werden, und war gleichzeitig einbettet in die Schlossfestspiele Marburg. „Es bot sich an, das Programm zusammen zu gestalten“, sagte Claudia Nehrig, die Vorsitzende der Musikfreunde, bei ihrer Begrüßung. Sie verwies auf die Schlossfestspiele, deren Programm auf das Themenland England ausgerichtet ist.

Zwischen den Liedern spielte Friedemann Wuttke an der Gitarre zwei Medleys von Arien und Tänzen aus der Zeit Dowlands. Wuttke faszinierte mit seinem perfekten Zupfspiel auf seiner Gitarre, die vom Biedenkopfer Gitarrenbauer Dieter Müller stammt. Mit feinem Gefühl für die Musik und einer unheimlichen Präzision zeigte er, warum er zu den ganz Großen unter den Gitarristen gehört. Bereits im vergangenen Jahr sollte Wuttke mit der „Cappella Istropolitana“ beim Konzertverein auftreten, musste jedoch absagen, da er sich bei einem Unfall beide Arme gebrochen hatte. Der Schwabe zeigte sich begeistert von der Universitätsstadt. Er würde sehr gerne wiederkommen, erzählte er später. Er habe einige tolle Ideen.

Das nächste Schlosskonzert findet am 16. August mit dem Ensemble NeoBarock und Robert Schneider wieder im Fürstensaal statt.

von Mareike Bader

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