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Lieder, die das Leben tragen

Schreibwerkstatt: „Tag für die Literatur“ Lieder, die das Leben tragen

Am Sonntag fanden im Kreis Marburg-Biedenkopf zahlreiche Veranstaltungen zum „Tag für die Literatur“ statt. Die OP hat stellvertretend die Lesung der Schreibwerkstatt Marburg besucht.

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Zur Lesung „Lebenslieder“ der Schreibwerkstatt Marburg begrüßte die Gruppe um die Vorsitzende Barbara Seifert (6. von links) am „Tag für die Literatur“ zahlreiche Zuhörer. Für Musik sorgte der Keyboarder Olaf Roth (rechts).

Quelle: Beatrix Achinger

Marburg. Kinderlieder, die einschlafen ließen oder Popsongs, die die erste Liebe begleiteten – „Lebenslieder“ waren das Thema, das sechs Autorinnen und Autoren der Schreibwerkstatt Marburg mit der Vorsitzenden Barbara Seifert seit Ende letzten Jahres darüber brüten ließ, welche Bedeutung Musik im Laufe eines Lebens einnehmen kann.

Unter den Klängen des Keyboards von Olaf Roth fanden sich am Sonntag bei zaghaftem Sonnenschein zahlreiche Gäste im Rosengarten auf der Terrasse des Bistros im Schlosspark ein, um zu lauschen. Dort veranstaltete die Schreibwerkstatt Marburg eine Lesung im Rahmen des „Tages für die Literatur“, Hessens größtes Literaturfestival. Das vom Kulturradiosender hr2 im Rahmen des Netzwerkprojekts „Literaturland Hessen“ koordinierte Festival fand in mehr als 60 Städten und Gemeinden statt. Mehr als 200 Vereine und Kulturveranstalter arbeiten zusammen.

Musikalischer Toilettenschrubber

In Marburg war der „Tag für die Literatur“ mit vier Lesungen vertreten, weitere Lesungen fanden in Rauischholzhausen, in Fronhausen und in Biedenkopf statt. Das vorgegebene Thema lautete „Literatur und Musik“. Die Mitglieder der Schreibwerkstatt Marburg wählten dabei einen teilweise stark autobiografischen Zugang. In den Kurzgeschichten nahm Musik allerdings nicht immer eine in positiver Hinsicht tragende Position im Lebenslauf ein.

Bei Rainer Güllich etwa war es ein eingängiges Lied über Landungsboote, das den Protagonisten illusorisch einen ungewollten Werdegang bei der Marine einschlagen ließ, der beim Schrubben der Toiletten im Schiffskeller endete. Bei Doris Husslein war „Love is in the air“ schon immer die gewünschte Tanzmusik der Protagonistin bei der Hochzeit. Auf die musste sie dann schließlich zwei Ehen und mehrere Jahrzehnte lang warten.

Schalmeienklang und Keyboardsound

Eine gänzlich andere Herangehensweise wählte Nina Firl. Sie erdachte eine Kurzgeschichte im Science-Fiction-Stil, bei der die Tiere des Dschungels vom Talentsucher Bieter Dohlen entdeckt werden. Ein weiterer Autor zollte dem Thema durch eigene musikalische Untermalung seines Vortrags Tribut: In Michael Endters Geschichte flieht der Protagonist vor der Enge Marburgs nach Berlin und schließt sich einem Schalmei-Orchester an, doch es zieht ihn schließlich zurück in die Lahnstadt. Nach seiner Lesung griff Endter selbst zur Schalmei und erhielt Unterstützung durch den Keyboarder Olaf Roth.

Die Vorsitzende der Schreibwerkstatt, Barbara Seifert, hatte zu Beginn passend auf den „Tag des Lachens“ hingewiesen, denn das Publikum hatte augenscheinlich Spaß. Weitere Lesungen gibt die Schreibwerkstatt Marburg am 23. September im Rahmen des „Literatur­PARKours“ des Landkreises und am 8. Dezember ist die Winterlesung im Turmcafé zu hören.

von Beatrix Achinger

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