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Liebling „Lincoln“: Steven Spielberg ist Favorit

Oscar-Nominierungen Liebling „Lincoln“: Steven Spielberg ist Favorit

Viele fühlen sich in Hollywood für Kinopreise zuständig. Dabei schielen am Ende alle doch nur auf einen einzigen Preis: Er ist 35 Zentimeter hoch, vier Kilogramm schwer, mit einer dünnen Goldschicht überzogen und trägt den saloppen Namen Oscar.

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Michael Haneke (von links) bespricht mit Emmanuelle Riva und Jean-Louis Trintignant eine Szene seines Films „Liebe“, der fünfmal für den Oscar nominiert wurde.Foto: X-Verleih/Denis Manin

Quelle: Denis Manin

Los Angeles. Seit gestern weiß man, wer sich am 24. Februar darauf Hoffnungen machen darf – und dazu gehört besonders Michael Haneke, der vor drei Jahren mit „Das weiße Band“ schon einmal haarscharf am wichtigsten aller Preise vorbeischrammte. Dass der Österreicher für sein berührendes Drama „Liebe“ erneut in der Auslandskategorie mitmischen würde, war klar. Doch nun ist Haneke direkt ins Herz der US-Academy vorgedrungen: Sein Werk – bereits mit der Goldenen Palme von Cannes geschmückt – konkurriert in den Kategorien bester Film, Regie und Drehbuch. Emmanuelle Riva könnte noch dazu als beste Hauptdarstellerin geehrt werden.

Die Konkurrenz ist beachtlich. Steven Spielbergs „Lincoln“-Porträt (Kinostart: 24. Januar) führt das Feld mit zwölf Nennungen an, gefolgt von Ang Lees Romanverfilmung „Life of Pi“ (läuft im Cineplex) mit elf. Die Tragikomödie „Silver Linings“ (im Capitol) kann acht Nominierungen für sich verbuchen, das Musical „Les Misérables“ (Start: 21. Februar) und der Spionagefilm „Argo“ haben je sieben. Ebenfalls in der Königskategorie dabei sind Benh Zeitlins ungestümes Regiedebüt „Beasts of the Southern Wild“, Kathryn Bigelows Osama-bin-Laden-Jagd „Zero Dark Thirty“ (31. Januar) sowie Quentin Tarantinos Western „Django Unchained“ (OP-Vorpremiere am 16. Januar).

Besonders Bigelows Politthriller ist in den USA heftig umstritten wegen seiner Darstellung der Folter durch den US-Geheimdienst. Doch wird Bigelow auf der Oscar-Bühne kaum zum verbalen Gegenschlag gegen ihre Kritiker ausholen können – für die beste Regie ist sie nicht nominiert.

Steven Spielberg, Hollywoods erfolgreichster Regisseur, gilt nun als Favorit mit seinem Film über Lincoln, Amerikas beliebtesten Präsidenten. Spielbergs Film ist historisches Drama und Lehrstunde in Sachen Demokratie zugleich, was bissige Bemerkungen bei der 85. Oscar-Show garantieren dürfte.

Einen Beitrag dafür könnte Oscar-Moderator Seth MacFarlane leisten, der sich gestern schon mal warmlief: „Liebe“ sei eine deutsch-österreichische Koproduktion, sagte er. Und fügte hinzu: „Die letzte war Hitler, aber die hier ist viel besser.“ Mal schauen, ob MacFarlane auch etwas Böses zu Christoph Waltz einfällt. Der deutsch-österreichische Schauspieler ist für seine Rolle als Kopfgeldjäger bei Tarantino als bester Nebendarsteller nominiert – mit „Inglourious Basterds“ hat Waltz schon einmal in dieser Kategorie gewonnen.

In der Kategorie Beste Hauptdarsteller treten an Daniel Day-Lewis („Lincoln“), Joaquin Phoenix („The Master“), Denzel Washington („Flight“), Bradley Cooper („Silver Linings“) und Hugh Jackman („Les Misérables“). Bei den Frauen sind nominiert: Jessica Chastain („Zero Dark Thirty“), Naomi Watts („The Impossible“), Jennifer Lawrence („Silver Linings“), die phänomenale Quvenzhane Wallis („Beasts of the Southern Wild“) und natürlich Riva. Ein tolles Bild geht also garantiert in der Nacht der Nächte in Hollywood um die Welt, wenn Wallis und Riva sich begegnen: Die eine ist neun Jahre alt, Riva feiert just am Oscar-Tag ihren 86. Geburtstag.

von Stefan Stosch

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